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Technik Was Verbraucher beim Kauf von gebrauchten Smartphones beachten sollten

Vorsicht, Schnäppchen!

Archivartikel

Hamburg.Vor dem Kauf eines gebrauchten Smartphones stehen einige Fragen: Wie viel bin ich bereit auszugeben? Spiele ich für ein Schnäppchen auf Risiko oder will ich sicher gehen? Wie rasch brauche ich das Gerät – und soll es ein iPhone oder ein Android-Telefon sein?

„Apple-Smartphones sind traditionell immer teurer als vergleichbare Androiden“, erklärt Rainer Schuldt von der „Computer Bild“. Dafür spendiert Apple seinen Smartphones aber auch über Jahre hinweg verlässlich Updates. Bei Android-Smartphones läuft das bislang nicht immer so rund, sagt Schuldt.

Denn Updates von Google müssen meist erst noch vom Gerätehersteller angepasst werden, bevor sie auf das Telefon finden. Doch stellen viele Hersteller den Support für ihre Geräte mitunter sehr schnell ein.

Möglichst langer Support

Google bemüht sich aber intensiv, Wege zu etablieren, um insbesondere Sicherheitsupdates an den Herstellern vorbei auf die Telefone bringen zu können. Hier gilt als Faustregel: Je neuer die Android-Version, desto mehr herstellerunabhängige Updates sind zu erwarten.

Fündig werden Schnäppchenjäger bei Online-Marktplätzen wie Ebay oder Amazon, Recommerce-Portalen wie Rebuy oder Zoxs sowie über Kleinanzeigen in Facebook-Flohmarktgruppen oder bei Ebay.

Hinzu kommt aufgearbeitete Refurbished-Ware. Diese ist auf Online-Marktplätzen, bei Händler, Mobilfunk-Anbietern oder den Handy-Herstellern selbst zu finden. „Häufig sind das Smartphones, die zum Beispiel als Ausstellungsstücke dienten und minimale Gebrauchsspuren aufweisen“, sagt Schuldt.

Refurbished-Produkte seien meist sehr gut aufbereitet, erklärt Lisa Brack vom Magazin „Chip“. Die Geräte seien geprüft und überholt, die Inhalte mehrfach gelöscht und Teile ausgewechselt. Sowohl mit Refurbished- als auch mit Recommerce-Angebote erhält man eine Gewährleistung und hat 14 Tage Widerrufsrecht. Beides gibt es bei einem Privatkauf nicht, dafür ist es dort meist am günstigsten.

Doch jeder Anbieter versteht etwas anderes unter Beschreibungen wie „stark genutzt“ oder „gut“. Deshalb gilt es vor allem bei Händlern die Hinweise und Tabellen, die die Gebrauchsspuren beschreiben und kategorisieren, gut zu studieren. Wirklich empfehlenswert seien nur die beiden Stufen „wie neu“ und „sehr gut“, urteilt das Fachmagazin „c’t“. Wenn der Käufer keine Ansprüche an den äußeren Zustand hat, dann kommen aber auch „gute“ und „akzeptable“ Angebote in Frage.

Echte Schnäppchen gibt es eher bei Privatangeboten. „Wer hier kauft, sollte sich immer die Beschreibung des Verkäufers ganz genau durchlesen“, empfiehlt Schuldt. Und, falls vorhanden, sollte man darauf achten, wie andere Käufer diesen Verkäufer bewertet haben – auch um nicht am Ende Opfer eines Betrugs zu werden. Wenn nur das „nackte“ Smartphone ohne Kabel oder Verpackung offeriert wird, machen Käufer um das Angebot lieber einen Bogen.

Ist der Verkäufer in der Nähe, sollte man sich das Gerät vor Ort ansehen und ausprobieren. Beim Verkauf rein über das Internet ohne persönliche Besichtigung läuft man Gefahr, auf jemanden zu stoßen, der im schlimmsten Fall versucht, einem nicht das Gerät, sondern nur dessen Verpackung anzudrehen. „Zudem muss man sich darauf verlassen, dass der Verkäufer ehrlich den Zustand beschreibt – und das ist nicht immer der Fall“, warnt Lisa Brack.

„Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn der Verkäufer sagt ,Wir treffen uns draußen’ oder ,Ich bring dir das Handy’“, erklärt Brack. „Das wirkt unseriös, Sie können sich selbst kein Bild des Haushalts machen, woher das Handy stammt.“

Akku vorher testen

Prüfen sollte man neben dem Display vor allem den Akku, indem man das Smartphone vor Ort einige Minuten lädt und die Akku-Anzeige beobachtet. Springt die Prozentzahl hin und her, stimmt etwas nicht.

Also: Lohnt sich der Gebrauchtkauf? „Handys sind preislich sehr unbeständig“, meint Brack. Zudem gebe es laufend gute Sonderangebote für aktuelle Modelle. „Wenn man ein bestimmtes Smartphone im Auge hat, lohnt sich hier der Vergleich.“ So seien manche Smartphones neu im Sonderangebot genauso günstig wie gebrauchte Geräte. tmn