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Die Tausendjährigen Eichen von Ivenack sind ein großer Naturschatz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Auf dem Baumkronenpfad man kann ihnen nahe kommen.

Sagenhafte 1000 Jahre! So viel hat der Methusalem unter Ivenacks Eichen auf dem knorrigen Zähler. Wie eine gigantische Säule ragt das mächtigste der sechs erhaltenen XXL-Exemplare gen Himmel. Mit 3,50 Meter im Durchmesser. Mit elf Meter Umfang. Mit 35,5 Meter Höhe. Und einem Volumen von 180 Kubikmeter Holz. Oder anders ausgedrückt: In Ivenack steht das größte, älteste und stärkste Lebewesen ganz Deutschlands.

Die Eichen von Ivenack beginnen zu keimen, als slawische Siedler ihr Weidevieh in die Wälder treiben – da endet gerade das erste Jahrtausend nach Christus. Sie strotzen bereits vor Kraft, als auch die Zisterzienser-Nonnen des Klosters ab 1252 ihre Schweine, Schafe und Rinder im Wald weiden lassen. Durch den Tierverbiss wird dieser allmählich immer lichter – das gefällt den Bäumen. Ihre Wipfel können sich prächtig entfalten, ihre Stämme ungestört wachsen. Außerdem: „Unter Eichen wachsen die besten Schinken“ – die alte Metzger-Weisheit beschreibt eine Win-win-Situation innerhalb der Nahrungskette. Für die Tiere sind die Eicheln Leckerbissen auf der Speisekarte. Für die Menschen die im Wald gemästeten Schweine eine wichtige Versorgungsquelle.

Ivenack heute – das ist ein einzigartiger Tiergarten, in dem die mittelalterliche Landnutzungsform des Hütewaldes weiterhin konsequent gepflegt und erzählt wird. Auch wenn die Rolle des Weideviehs schon seit Langem von eingegattertem Damwild und Mufflons übernommen wurde, bleiben so die natürlichen Bedingungen erhalten, unter denen die Eichen steinalt geworden sind. Verzichtet wird deshalb auch auf künstliche Stabilisierungsmaßnahmen und Schönheitsoperationen wie Baumchirurgie, lediglich einfache Barrieren um die Bäume schützen empfindliche Wurzelbereiche.

Auch beim Bau des jüngsten Superstars im Park wurde akribisch darauf geachtet, dass er sich harmonisch einfügt in den Waldbestand. „Für uns war es extrem wichtig, den Baumkronenpfad so zu konzipieren, dass er unsere anderen Schwerpunkte und insbesondere die alten Eichen nicht in den Schatten stellt“, erklärt Ralf Hecker, der Leiter des zuständigen Forstamtes Stavenhagen.

Die auf schlanken Tiefbohrpfählen ruhende Konstruktion schlängelt sich in sanfter Steigung allmählich in die Welt der Baumkronen. Insgesamt 620 angelegte Meter mit 14 Erlebnis- und Wissensstationen, die sich um das Thema Eichen drehen. Auf stolze 40 Meter Höhe bringt es der Aussichtsturm am Ende des Pfades mit großartigen Blicken in die Landschaft.

Zum Wildpark Ivenack gehören noch andere Attraktionen: ein Naturerlebnispfad, Damwild-Gatter und Schweine-Gehege sowie der Barockpavillon mit interaktiver Reise durch die Lebenszeit der Eichen. 2016 ausgezeichnet als erstes Nationales Naturmonument Deutschlands, sind die Ivenacker Eichen ein Ort der Kultur und der Besinnung.