Politik

Thüringen handelt pragmatisch

Thüringen will eine Personalreserve für die Gesundheitsämter im Land prüfen. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach dem Treffen der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. In Thüringen regiert die Linke seit 2014 in einer Koalition mit SPD und Grünen – derzeit als Minderheitsregierung.

Der Linke-Politiker bezeichnete die Situation in der Corona-Pandemie als ernst und wies darauf hin, dass auch die Infektionszahlen in Thüringen zuletzt gestiegen sind. „Jetzt bin ich noch nicht so besorgt, dass ich denke, wir haben es in Thüringen nicht im Griff“, sagte Ramelow. Aber: Bei den Neuinfektionen pro Tag gebe es derzeit die höchsten Werte seit März/April – hier werde er „hellwach“, sagte Ramelow. „Oberste Priorität hat der Kampf gegen die Epidemie.“ „Die Nachverfolgung wird das Schlüsselelement der Abwehr sein“, sagte Ramelow. Daher wolle man schauen, ob mit „Medizinstudenten und mit Personal, das möglicherweise an anderen Stellen bei uns in den Verwaltungen tätig ist, eine Reserve aufgebaut wird, die ganz schnell in der Lage ist, an Gesundheitsämtern zum Einsatz zu kommen, wo Hilfe gebraucht wird.“

Zugleich kündigte er an, dass Thüringen beschlossene Regeln umsetzen wolle. „Das sind die Maßnahmen, auf die sich auch Thüringen wird einstellen müssen“, sagte Ramelow. Die aktuelle Corona-Verordnung läuft im Freistaat noch bis Ende Oktober. Es werde Anpassungen geben, machte Ramelow klar, „abhängig vom Infektionsgeschehen.“ dpa

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