Politik

Parteivorsitz Landtagsabgeordnete Klara Geywitz tritt mit Vizekanzler an / Generalsekretär Klingbeil schließt Kandidatur aus

Scholz findet Partnerin für Bewerbung

Archivartikel

Berlin.Vizekanzler Olaf Scholz tritt bei der Wahl zum SPD-Parteivorsitz mit der Brandenburger Landtagsabgeordneten Klara Geywitz an. „Gemeinsam wollen wir die SPD wieder stark machen“, erklärten beide am Dienstag in ihrer Bewerbung. Sie wollten „neue sozialdemokratische Antworten“ auf neue Zeiten finden. „Wir sind überzeugt, dass wir die Zukunft durch unser politisches Engagement besser machen können“, erklärten Scholz und Geywitz. Sie bekennen sich zu wirtschaftlicher Dynamik, einem starken Sozialstaat, Solidarität, Klimaschutz und zur Gleichstellung von Mann und Frau.

Die 43-jährige Brandenburgerin Geywitz ist wie Finanzminister Scholz Mitglied im Parteivorstand der Sozialdemokraten. 2018 saßen beide in der Hauptverhandlungsrunde, die den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene aushandelte. Seit 2004 ist Geywitz Abgeordnete im Potsdamer Landtag, hier ist sie auch Kandidatin für die Landtagswahl am 1. September.

Scholz hatte seine Kandidatur in der vergangenen Woche angeboten – nachdem er zuvor stets betont hatte, die Aufgaben des Finanzministers seien mit der Arbeit des SPD-Chefs nicht vereinbar. Seinen Sinneswandel begründete der 61-Jährige mit seinem Verantwortungsgefühl für die Partei. „Ich habe für mich jetzt den Eindruck gehabt, es wäre nicht verantwortlich, bei der Bedeutung, die die SPD für die Zukunft unseres Landes hat, wenn ich jetzt nicht sagen würde, ich will das machen“, sagte er.

Absagen aus Spitzenreihen

Mehrere Hochkaräter haben bereits abgesagt – nach Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und den drei Interims-Parteichefs Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer nun auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Generalsekretär Lars Klingbeil. „Ich selbst habe mich entschieden, dass ich nicht zu denen gehören werde, die auf der Bühne stehen und sich um den Parteivorsitz bewerben“, sagte der 41-jährige Klingbeil in einem auf Twitter verbreiteten Video. Er übernehme sehr gerne Verantwortung. Aber er habe keine Partnerin gefunden, mit der es zu 100 Prozent gepasst habe.

Beworben haben sich sieben Duos und drei einzelne Kandidaten. Die SPD in Hamburg hat sich bereits hinter die Kandidatur von Geywitz und Scholz gestellt. Der Landesvorstand habe die Unterstützung ihrer Bewerbung am Dienstagabend beschlossen, teilte der Landesverband mit. Damit sei die formale Teilnahme des Kandidierenden-Teams am Bewerbungsprozess ermöglicht.

Außerdem haben Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann sowie nach eigenen Angaben die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer die nötige Unterstützung aus der Partei. Zudem werden nach Angaben aus niedersächsischen SPD-Kreisen die dortigen Parteibezirke Landesinnenminister Boris und die sächsische Integrationsministerin Petra unterstützen. Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Ex-SPD-Chefin Andrea Nahles läuft bis 1. September. PistoriusKöppingdpa

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