Politik

Parteien Spekulationen über Rückkehr von Martin Schulz

Gerüchte um Putsch bei SPD und CDU

Archivartikel

Berlin.Manche Dinge geschehen einfach zur Unzeit. Andrea Nahles und die SPD bekommen dies jetzt zu spüren, aber auch die CDU und deren Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Ausgerechnet so kurz vor der Europawahl rumort es in beiden Parteien – es gibt Putschgerüchte und Fehltritte.

Für SPD-Chefin Nahles kam es am Freitag dicke. Der „Spiegel“ berichtete, sie solle bei einem vertraulichen Treffen Ende vergangener Woche ihren Vorgänger Martin Schulz wegen eines möglichen Putschversuchs zur Rede gestellt haben. Er wolle sie an der Fraktionsspitze ablösen, lautete wohl der Vorwurf. Schulz habe demnach in dem Gespräch mit Nahles ein Szenario entworfen, wonach sie wieder das Arbeitsministerium übernehmen könne. Auch soll er zuvor in zahlreichen Gesprächen seine Chancen sondiert haben.

Weder Nahles noch Schulz wollten sich am Freitag auf Nachfrage zu den Spekulationen äußern. Andere schon: „Ich glaube all den Dingen, die da berichtet werden, kein Stück“, so Parteivize Ralf Stegner. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, meinte: „An der Sache ist nichts dran.“ Allerdings gibt es schon länger Gerüchte über einen Aufstand gegen Nahles nach einer vermasselten Europawahl und einer satten Niederlage bei der zeitgleich stattfindenden Abstimmung in Bremen.

Die CDU ist nicht viel besser dran. Ihr Erscheinungsbild ist kurz vor den Wahlen angekratzt durch den Umgang mit dem Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo. „Das war ein katastrophales Krisenmanagement“, verlautete aus der Partei. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak habe versagt, auch die Vorsitzende Kramp-Karrenbauer habe einen Fehltritt hingelegt. Ihr Hinweis, die CDU sei wohl auch für die „sieben biblischen Plagen“ verantwortlich, obwohl es zehn sind, sei „peinlich“ gewesen. 

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