Politik

Parteitag II CDU-Politiker David McAllister hält es für richtig, dass sich die Partei nun hinter Kramp-Karrenbauer versammelt hat

„Das war eine klare Ansage“

Archivartikel

Berlin.Der frühere niedersächsische Ministerpräsident und Europaabgeordnete David McAllister sieht auf dem Leipziger Parteitag eine neue Geschlossenheit der CDU.

Vor dem Parteitag dachte man, es werde hier zu großem Streit, vielleicht gar zum Putsch kommen. Das ist ausgeblieben. Warum?

David McAllister: Das ist zum Teil auch von außerhalb der Partei initiiert worden. Hier findet in Wirklichkeit ein Arbeitsparteitag statt. Wir werden zwei Leitanträge verabschieden, es gibt fast 500 weitere Anträge. Hier geht es also um eine inhaltliche Kursbestimmung.

Das kam wohl nicht nur von außen. So hat die Junge Union im Vorfeld sogar die Machtfrage gegenüber Annegret Kramp-Karrenbauer gestellt. Hat sie überzogen?

McAllister: Unsere Jugendorganisation hat immer das Recht, Kritik auch pointierter vorzutragen. Das habe ich vor 30 Jahren auch getan. Hier war doch klar, dass Personalien gar nicht auf der Tagesordnung stehen. Annegret Kramp-Karrenbauer ist erst im letzten Jahr zur Parteivorsitzenden gewählt worden. Sie hat heute ihren Führungsanspruch deutlich untermauert. Und alle, die nach ihr geredet haben, haben ihn auch akzeptiert.

Warum musste sie ihre Kritiker so ultimativ auffordern, aus der Deckung zu kommen?

McAllister: Das war eine klare Ansage, und diese Strategie ist aufgegangen. Die Partei versammelt sich jetzt hinter Annegret Kramp-Karrenbauer. Das ist auch richtig so. Wir müssen jetzt unsere inhaltlichen Aufgaben machen.

Glauben Sie, dass die Debatten um AKK jetzt aufhören werden?

McAllister: Ich denke schon. Die CDU sollte sich als verlässlicher und stabiler politischer Anker in Deutschland präsentieren. Deswegen sollte sie zeigen, dass sie bereit ist, unter nicht ganz einfachen Umständen für Deutschland Verantwortung zu tragen. In diesen Zeiten, wo so viel Instabilität in und um Deutschland herrscht, ist das die eigentliche Profilierungschance.

Also in der Groko bleiben?

McAllister: Wahlperioden sollten möglichst immer bis zum Ende durchgeführt werden.

Hat Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur?

McAllister: Wir entscheiden die Frage der Kanzlerkandidatur, wenn sie ansteht. Die Parteivorsitzende hat selbstverständlich das Vorschlagsrecht.

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