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Neckarstadt Die nächste Ausgabe der beliebten Lese-Reihe erwartet Fans im September

„Abgänge“ zum Schmunzeln

Archivartikel

„Die meisten Frauen haben für die Technik des Autos keine Antenne. Obwohl man gelernt hat, dass man vorwärts nicht in eine enge Parklücke kommt, versuchen sie es immer wieder und geben es schließlich auf.“ Heute wäre es undenkbar, solche Sätze über Frauen zu äußern, wie es Egon Hoegen noch Mitte der 1970er Jahre tat. „Der 7. Sinn“, die fünfminütige Fernsehinformationssendung zur Verkehrssicherheit, die der WDR von 1966 bis 2005 ausstrahlte, war es, die er mit seiner sonoren Stimme zusammen mit der markanten Titelmusik prägte. Hoegen gehörte zu den Prominenten, an die beim 56. „Abgang“ im Theater Felina-Areal erinnert wurde. Auf die nächste Ausgabe im September dürfen sich die Fans schon freuen.

Gekonnte Auswahl

Aus heutiger Sicht zutiefst frauenfeindlich, war der Inhalt der eingespielten Episode schon wieder so absurd, dass sich Frauen und Männer im Publikum gleichermaßen vor Lachen bogen. Das Schmunzeln überwog denn auch bei der Verabschiedung der anderen bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten. Ohne, dass es in Klamauk abdriftete. Dafür sorgte schon die gekonnte Text- und Musikauswahl, die wiederum Sascha Koal getroffen hatte. Zusammen mit Hedwig Franke und Monika-Margret Steger erweckte er damit die Verblichenen für einen kurzen Moment wieder zum Leben. Wie den Schweizer Psychoanalytiker Peter Schellenbaum. In „Das Nein in der Liebe“, aus dem Monika-Margret Steger las, behandelte er die Abgrenzung und Hingabe in der erotischen Beziehung.

„Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh“: 14 Vornamen konnte der aus einem fränkischen Adelsgeschlecht stammende Dirigent zu Guttenberg sein eigen nennen. Da musste schon etwas Zeit sein, bis sie alle ausgesprochen waren. Enoch zu Guttenberg, der sich auch stark für den Umweltschutz engagierte, war ein Vollblutmusiker. „Wenn wir proben, kann draußen die Welt untergehen. Wir streiten über die Kürze und Länge von Noten und leben plötzlich in einer anderen Welt“, sagte er in einem Interview.

Mit ihrem Lied „Heut ist ein Feiertag für mich“ landete die Sängerin Maria Mucke 1956 einen Hit in den deutschen Single-Charts. Die Sängerin, Schauspielerin und spätere Dozentin an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, die fast 99-jährig verstarb, erlangte auch durch die Mitwirkung in Fernsehserien wie „Der Forellenhof“ und Rollen im Frankfurter Volkstheater Bekanntheit.

Sie war die Tochter des Filmregisseurs Veit Harlan und der Schauspielerin Hilde Körber: Maria Körber wirkte als Darstellerin an zahlreichen deutschen Theatern, unter anderem in Mannheim. Auch in Serien, Unterhaltungsfilmen und Dramen, wie „Der Biberpelz“ unter der Regie von John Olden war sie zu sehen. Zudem lieh sie Stars wie Leslie Caron und Julie Andrews ihre Stimme. Mit einer Szene aus dem Tatort-Klassiker „Usambaraveilchen“ gedachte die „Abgang-Gemeinde“ der Schauspielerin.

Affen mit Gebärdensprache

Zu den mehr oder weniger bekannten Menschen, die für immer die Augen schlossen, gehörten auch der Jörg-Kachelmann-Verteidiger Reinhard Birkenstock, der Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann, der Schriftsteller Dieter Wellershoff, D. J. Fontana, der ehemalige Schlagzeuger Elvis Presleys, und der Gitarrist Danny Kirwan (Fleedwood Mac). Affenwitze gab es für die 62-jährige Orang-Utan-Dame Puan und den Gorilla Koko, der Teile der menschlichen Gebärdensprache beherrschte.