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SAP Mitgründer steht erneut als Aufsichtsratschef zur Wahl

Plattner will drei Jahre verlängern

Archivartikel

Walldorf.SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratschef Hasso Plattner (Bild) will sich auf der Hauptversammlung im Mai noch einmal zur Wiederwahl stellen – allerdings nur für drei Jahre. Das bestätigte ein Sprecher des Walldorfer Software-Konzerns gestern auf Anfrage. Der 75-jährige Plattner hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass er für den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender noch einmal zur Verfügung stehen würde, aber nicht für die volle Amtszeit von fünf Jahren.

„Herr Plattner ist ein sehr aktiver Aufsichtsratschef mit viel Kenntnis. Es ist gut, ihn an Bord zu haben“, kommentierte Christiane Hölz von der Anlegerschutz-Vereinigung DSW gestern die Entscheidung. Wichtig sei aber auch, dass Plattner für eine klare Nachfolgeplanung sorge. Als neuer Kandidat für den Aufsichtsrat des Software-Unternehmens tritt auf der Hauptversammlung am 15. Mai Gunnar Wiedenfels (41) an, Finanzvorstand des US-Medienkonzerns Discovery Communications. Er würde in dem SAP-Gremium Erhard Schipporeit ersetzen, der den Aufsichtsrat nach der Hauptversammlung verlässt.

Gesperrte Firmenkonten in Mexiko

Wie unterdessen gestern bekannt wurde, hat der Konzern neuen Ärger in einem schon länger andauernden Streit in Mexiko. Jetzt hat ein Gericht dort 20 Millionen Dollar auf SAP-Firmenkonten eingefroren. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit der spanischen Firma Dominion. Diese hatte nach eigenen Angaben vor einigen Jahren als Vertriebspartner Softwarelizenzen von SAP erworben, um sie in Mexiko an Firmen weiterzuverkaufen. Der dabei erzielte Umsatz sei aber weit unter dem geblieben, was SAP prognostiziert habe.

Das Unternehmen teilte zu den gesperrten Konten gestern auf Anfrage mit: „Dies ist der zweite Versuch der Dominion Group, diese Ansprüche gegen SAP geltend zu machen. Die Staatsanwaltschaft in Mexiko hat bereits im ersten Anlauf der Dominion Group zu Recht keine Beweise für die aufgestellten Behauptungen gefunden.“ (Bild: dpa)