Metropolregion

Justiz

Viereinhalb Jahre Haft nach Drogenkurierfahrt

Archivartikel

Heidelberg/St. Leon-Rot.„Ich habe meine Lektion gelernt“, sagt die Angeklagte in ihrem Schlusswort. Die vergangenen fünf Monate, die die nicht Vorbestrafte in Untersuchungshaft verbrachte, seien „die schlimmsten meines Lebens“ gewesen. Nun muss sie weitere Monate hinter Gittern verbringen: Die Zweite Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Jochen Herkle hat die 24-Jährige aus Amsterdam zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre Haft gefordert, der Verteidiger höchstens drei Jahre. Seine Mandantin wird nun wegen ihrer Drogenabhängigkeit auch in einer Entziehungseinrichtung untergebracht. Steht sie die erfolgreich durch, könnte sie in weniger als zwei Jahren wieder in Freiheit sein.   

Die Anklage hatte der Frau, die in der Sicherheitsbranche gearbeitet hat, unerlaubte Einfuhr und Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Unter Tränen erzählte sie ausführlich, dass sie mit 14 Jahren zum ersten Mal Cannabis konsumierte und zuletzt täglich drei bis vier Joints rauchte. In den vergangenen drei, vier Jahren nahm sie außerdem Amphetamine ein. Die Sorge um den älteren Bruder, der als Heranwachsender eine Krebsdiagnose erhielt sowie der Tod der geliebten Großmutter hätten den Konsum jeweils anwachsen lassen.

Am Nachmittag des 26. Mai war sie mit ihrem Kleinwagen auf der A 6 beim Walldorfer Kreuz auf der Gemarkung von St. Leon-Rot von der Polizei gestoppt worden. Im Auto fanden die Beamten unter anderem zehn  Beutel mit je einem Kilo Amphetaminen sowie eine Cannabiszigarette. Wer ihr den Stoff anvertraut hatte, wohin die Lieferung sollte und welchen Weg sie aus den Niederlanden genommen hatte, dazu machte sie vor Gericht keine Angaben. Ihr sei bewusst gewesen, dass es sich um Drogen in nicht geringer Menge handelte - sie habe aber nicht in den großen Beutel geschaut.

Zum Thema