Metropolregion

Modernisierungsarbeiten

Salierbrücke seit Montag gesperrt - Verkehrschaos bleibt zunächst aus

Archivartikel

Speyer.Gut gelaunte Suttlebus-Fahrer, entspannte Pendler und noch kein Verkehrschaos: Die Salierbrücke zwischen Speyer und Hockenheim ist seit dem Vormittag für mehr als zwei Jahre gesperrt. Statt Autos und Lastwagen rollen nur noch Rettungs- und Polizeifahrzeuge sowie ein Busshuttle über die Brücke. Schüler und Pendler sollen so schneller in die Speyerer Innenstadt kommen. „Wir bringen sie ab dem Umsteige-Punkt hier am Altlußheimer Luxhof über den Rhein, der Shuttlebus ist quasi die Verlängerung der Linie 717“, erzählt einer der vier Fahrer, der die Fahrgäste bis zum Domplatz in Speyer bringt. Am Luxhof - unterhalb der Brücke - ist außerdem ein Parkplatz für Auto-Pendler eingerichtet, der heute nicht mal zu einem Viertel gefüllt ist. „Die Umleitung über die A61 ist viel schneller“, findet ein Bauarbeiter, der die Strecke auch nutzt.

Von diesem Montag an wird die Verkehrsader zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wegen Modernisierungsarbeiten für mehr als zwei Jahre gesperrt. Für den Individualverkehr gilt dann eine Umleitung, zum Beispiel über die Autobahn A61 inklusive Seitenstreifenfreigabe am Kreuz Speyer und an der Anschlussstelle Hockenheim. Experten raten Berufspendlern und Ausflüglern, deutlich mehr Zeit einzuplanen.

Verkehrsachse trotz Bauarbeiten passierbar

Trotz der Arbeiten bleibt die bedeutende Verkehrsachse der Rhein-Neckar-Region teilweise passierbar. Die Behörden richten Bus-Shuttles zum Beispiel für Schüler ein, halten einen Fuß- und Radweg frei und sichern Rettungskräften im Einsatzfall ein Überqueren der Brücke zu. Sie besitzen dann einen Schlüssel für die Schranke.

Die Sanierung beginnt an der Südseite. Erst wenn dort ein Teil erledigt ist, installieren die Arbeiter ein Hängegerüst - damit kann auch bei Hochwasser gearbeitet werden. Auf stehende Gerüste verzichtet der Projektleiter. Der erlaubte Verkehr fließt über die Nordseite, bis die Südseite fertig ist - danach läuft es umgedreht.

Untersuchungen im Jahr 2012 läuteten die Modernisierung ein

Die nach dem Adelsgeschlecht der Salier benannte Brücke war 1954/55 auf Fundamenten einer Eisenbahnbrücke errichtet worden. Weit mehr als 20 000 Fahrzeuge überquerten vor Beginn der Sanierungsarbeiten täglich auf ihr den Rhein. 2012 zeigte eine Untersuchung des insgesamt rund 600 Meter langen Bauwerks erhebliche Defizite in der Tragfähigkeit. Rund elf Millionen Euro nehmen die Behörden für die Sanierung in die Hand.

Bei der Brücke mit einer Fahrspur je Richtung werden unter anderem die Pfeiler und Fahrbahnen sowie der Korrosionsschutz und die Entwässerung verbessert. Die Organisatoren hatten im Vorfeld auch eine nur halbseitige Sperrung während der Arbeiten geprüft. Dann aber bleibe kaum Platz etwa für Rettungsfahrzeuge, heißt es.

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