Ludwigshafen

Viel verspielt

Thomas Schrott zum Bruch der Grünen-Fraktion

Zwei Wochen nach dem triumphalen Wahlerfolg waren die Risse nicht mehr zu kitten. Der Bruch der Fraktion kommt nicht überraschend. Schon länger tobte ein erbitterter Streit zwischen beiden Lagern. Auch ein eingeschalteter Mediator brachte keinen Konsens. Bei der Kandidatenaufstellung zur Stadtratsliste im Februar gab es ungewöhnlich viele Kampfabstimmungen schon ab Platz zwei. Bei der Wahlparty im Pfalzbau stand eine Gruppe deutlich entfernt von der anderen – nicht nur, weil letztere etwas später kam und vier Tische zwischendrin belegt waren.

Die tiefen Grabenkämpfe sind nicht durch große inhaltliche Differenzen begründet. Sie resultieren wohl aus einem Machtkampf, den der als ehrgeizig geltende Raik Dreher verloren hat. Auch wenn der Bruch der Fraktion als reinigendes Gewitter einzustufen ist, bleibt der Eindruck, dass die Grünen ein hoffnungslos zerstrittener Haufen sind. Bei den anstehenden Koalitionsgesprächen hätten die Grünen angesichts ihres enormen Mandatszuwachses eine gewichtige Rolle spielen können. Durch den innerparteilichen Konflikt geben sie aber ein denkbar schlechtes Bild ab. Dadurch verspielen sie nicht nur frisch gewonnenes Ansehen bei den Bürgern, sondern auch ihre politischen Einflussmöglichkeiten. Für ihre Anhänger ist es ein Tiefschlag und Trauerspiel.

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