Ludwigshafen

Spitzenkandidaten für die Stadtratswahl (3) Rainer Metz (FWG) erläutert die Schwerpunkte / Unzufrieden mit Baudezernat

„Viel mehr Schulen sanieren“

Archivartikel

Ludwigshafen.Zum Gesprächstermin im Ebertpark kommt er mit seinem Hund. „Ich gehe zweimal täglich mit ihm her, von meiner Praxis in der Schuckertstraße liegt es ja nahe“, sagt Rainer Metz. Auch bei längeren Radtouren begleitet ihn der dreijährige Mops. „Er bekommt dabei immer gut Luft“, betont der Tierarzt. Ein Langläufer ist aber auch der 61-Jährige – in kommunalpolitischer Hinsicht. Seit zwei Jahrzehnten ist er FWG-Fraktionschef. Einige Themen von damals seien weiterhin aktuell, sagt er. „Dazu zählt ein Kombibad mit Sauna, das Vereine und Schulen ganzjährig nutzen können, wie es andere Städte bereits anbieten.“ Auch beim Tierschutz bekräftigt Metz Forderungen nach mehr Hundeauslaufflächen oder einer Kastrationspflicht für freilaufende Katzen.

Der Vater von vier Kindern fordert aber auch, größere Herausforderungen anzugehen. „Die Verwaltung muss endlich den Sanierungsstau an den Schulen von rund 290 Millionen Euro abbauen“, nennt Metz ein zentrales Thema. „Alle Fraktionen müssten geschlossen aufstehen und der Aufsichtsbehörde und dem Land die Stirn bieten. Sie sollten damit zeigen, dass es nicht so weiter gehen kann“, wünscht sich Metz ein massiveres Vorgehen.

Auch beim Thema Kitaausbau sieht er Verbesserungsbedarf. Um die Eltern zu beraten, habe Mannheim fünf Vollzeitstellen eingerichtet. „Davon ist Ludwigshafen weit entfernt“, nennt er ein Beispiel. Damit die Eltern bei der langwierigen Suche nach einem Kitaplatz nicht allein gelassen werden, habe die FWG eine zentrale Anmeldeplattform gefordert – was die Verwaltung dann auch umgesetzt habe.

Provisorische Rheinquerung nötig

Dringend erforderlich ist nach seiner Ansicht auch ein Konzept für die Innenstadt. „Gerade nachdem die Verwaltung das Rathaus-Center gekauft hat, brauchen wir Klarheit darüber, welche Ersatzflächen für den Einzelhandel und für die Nahversorgung vorgesehen sind.“ Eine Verlegung der Verwaltungsbüros aus dem sanierungsbedürftigen Rathausturm in das geplante Metropol-Hochhaus sei grundsätzlich zu begrüßen. Eine Markthalle am Berliner Platz indes sei zwar wünschenswert, aber wohl kaum finanzierbar.

Unzufrieden ist Metz auch mit der Arbeit des Baudezernats. „Das betrifft nicht nur die lange ungeklärte Führungsfrage im städtischen Wirtschaftsbetrieb, sondern auch das Thema Hochstraße.“ Die FWG vermisst klare Aussagen darüber, wie lange die Hochstraße Süd noch durchhalten wird. Bei einer Sperrung drohe ein Verkehrskollaps, der den Wirtschaftsstandort Ludwigshafen massiv gefährde. Angesichts der langen Bauzeit bei den Großprojekten müssten Zwischenlösungen und provisorische Rheinquerungen erörtert und umgesetzt werden. „Um solche Überlegungen kommen wir nicht herum, denn von der Verkehrsituation hängt das Wohlergehen der ganzen Region ab“, sieht Metz gravierende Auswirkungen.

Wichtig ist ihm zudem die Stärkung der Ortsbeiräte. „Sie sollten ein eigenes Budget bekommen, um zu entscheiden, wo kleinere Maßnahmen nötig sind. In den Gremien ist genügend Fachwissen vorhanden.“

Verbessert werden müsse auch das Sicherheitsempfinden in der Stadt. Eine Wache wie beim Pilotprojekt auf dem Mannheimer Paradeplatz sei zu überlegen. Gleichwohl betreffe dieses Thema nicht nur den Berliner Platz. Auch Angsträume in den Ortsteilen sollten beseitigt werden. Kritisch merkt Metz an, dass die Forderung der FWG nach einem zweiten Bezirksbeamten in Friesenheim von den großen Fraktionen abgelehnt worden sei.

Viel bewegt habe die große Koalition auf Stadtebene nicht, so sein Eindruck. „Ludwigshafen ist in den vergangenen Jahren erstarrt und kommt nicht weiter“, lautet sein Fazit. Ein Machtwechsel nach der Kommunalwahl sei gleichwohl nicht sehr wahrscheinlich. „Eine derzeitige Oppositionspartei würde sich in einer künftigen Regierungsrolle sehr schwer tun. Denn bei allen Dezernentenstellen steht in den nächsten fünf Jahren keine Neuwahl an und das Regieren gegen einen Beigeordneten ist nicht gerade einfach.“

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