Ludwigshafen

Denkmalstreit Ruchheimer Steinsäule bleibt an gewohnter Stelle und bekommt Adler zurück

Steinruck spricht Machtwort

Ludwigshafen.Im jahrelangen „Adlerstreit“ an der Protestantischen Kirche in Ruchheim hat Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck ein Machtwort gesprochen. „Das Denkmal bleibt wo es ist, der Adler obenauf kann ersetzt werden“, sagte Steinruck, die dafür eigens in die Ortsbeiratssitzung gekommen war. Seit nahezu zehn Jahren streiten die Parteien, eine Einigung war nicht möglich. „Ich habe mich nach meiner Wahl intensiv diesem Thema angenommen, ein Kompromiss scheiterte in letzter Sekunde,“ gestand Steinruck. „Durch meine Entscheidung möchte ich, dass jetzt wieder Ruhe in den Ortsteil kommt,“ so die Oberbürgermeisterin.

Das Kriegerdenkmal wurde 1895 auf dem kircheneigenen Grundstück errichtet. Die Stadt stellte es 1983 unter Denkmalschutz. In den 90 Jahren wurde der Adler aus ungeklärter Ursache beschädigt. Ein Freundeskreis hatte ein Replik erstellen lassen. Die Kirchengemeinde lehnt die Anbringung seitdem entschieden ab. Zudem war zwischenzeitlich eine Rollstuhlrampe genau an dieser Stelle geplant und das Denkmal sollte versetzt werden. „Nach eingehender rechtlicher Prüfung sind wir zusammen mit der Denkmalpflege zu der Erkenntnis gekommen: Die protestantische Kirchengemeinde ist verpflichtet den Adler zu dulden“, betonte Steinruck. Ein Bauantrag zur Rollstuhlrampe liege bislang nicht vor. „Aber wir sehen Alternativen, so dass das Denkmal nicht versetzt werden muss“, fügte die OB hinzu.

Verkehrsknoten reicht aus

Betroffene Mienen verursachte auch das Verkehrsgutachten Am Römig für das Gewerbegebiet auf Frankenthaler Gemarkung. Stefan Hangleiter von der beauftragten Firma Modus Consult machte deutlich, dass die neuen Knotenpunkte an der A 650 und an der Kreuzung Maxdorf, Oggersheim und ins Industriegebiet den zu erwartenden Verkehrsbelastungen gerecht werden. Demnach könnten täglich bis zu 6600 Fahrzeuge problemlos passieren. Selbst wenn eine Erweiterung „Am Römig vier“ käme, seien 9350 Fahrzeuge in 24 Stunden ebenfalls noch zu bewältigen. Allerdings könne die Kreuzung bei Ausfahrten aus dem Industriegebiet in Spitzenzeiten an ihre Grenzen stoßen, gab er zu.

Hangleiters Berechnungen basieren darauf, dass die Fahrzeuge größtenteils über die Autobahnen und Fernstraßen als Zuliefer- und Mitarbeiterverkehr an- und abfahren. Dennoch kalkuliert er für Ruchheim täglich rund 900 zusätzliche Fahrzeugen am nördlichen Ortseingang und rund 600 Fahrzeuge am südlichen Ortsausgang. „Das ist ein Auto pro Minute mehr“, rechnete er vor.

Kritik wurde laut, da Berechnungen bei Störungen auf den Fernstraßen fehlten. Erneut zweifelten Ortsbeiräte die von Amazon angestrebte mittelfristige Mitarbeiterzahl von etwas mehr als 2200 an, die dem Gutachten zugrunde liege. Der Verkehrsplaner der Stadt Ludwigshafen, Thomas Lappe, ergänzte, „mit diesen 9000 Fahrzeugen ist Ende der Fahnenstange an den bestehenden Knotenpunkten.“