Ludwigshafen

Kommunalwahl FDP fürchtet Chaos durch Hochstraßen-Projekte

„Stadtverwaltung hat keinen Plan“

Archivartikel

Ludwigshafen.Zum Auftakt einer FDP-Wahlkampfveranstaltung hatte Kreisvorsitzender Hans-Peter Eibes eine neudeutsche Wortschöpfung in den Festsaal des Leoso-Hotels am Ludwigshafener Bahnhof geworfen. Das aus den großen Betrieben der Region bestehende „Wirtschafts-Kraft-Paket“, so Eibes, sei darauf angewiesen, dass transporttechnisch alles im Fluss bleiben könne, sagte er am Samstag. Dass freie Fahrt für Bürger wie für Güter in der Region keine verlässliche Größe sei, machte Thomas Schell, Spitzenkandidat für die Stadtratswahl, deutlich. Schell beschwor ein Szenario des Chaos angesichts der bevorstehenden Hochstraßen-Projekte herauf. „Die Stadtverwaltung hat keinen Plan, wie sie dem drohenden Engpass etwas entgegensetzen will“, erklärte der 55-Jährige, und zitierte eine Quelle aus den Reihen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV): Man werde für eine Entlastung sorgen können, aber diese werde „nicht ausreichend“ sein.

Wenn dann zeitweise nur ein Rhein-Übergang befahrbar sei, so Schell weiter, dann wäre nicht auszudenken, zu welchen Staus es käme. Um dies und die ausgelastete Taktfrequenz der Bahn zu kompensieren, müssten zwingend neue Ideen realisiert werden. Schell: „Nur wenn ich ein tragfähiges Gesamtkonzept für eine dritte Rheinquerung habe, kann ich damit anfangen, die Hochstraßen zu sanieren.“

Dieses, da sind die Freien Demokraten sich einig, muss sich entweder in der Luft oder unter Wasser bewegen. „Was ist mit den beiden Zufahrten zur Altriper Fähre?“, will ein Herr aus dem Publikum wissen – und gibt damit ein Stichwort. „Mit einer Untertunnelung würde man den vielen dort vorhandenen Naturschutzgebieten nichts wegnehmen“, antwortet Schell. 110 000 Menschen fahren täglich bei Ludwigshafen über den Rhein. „Das Leben ist zu kurz, um im Stau zu stehen“, hatte Hans-Peter Eibes schon in seiner Eröffnungsrede gesagt.

Um sich auf den Wahlkampf einzustimmen, hatten die Liberalen auch das Bundestagsmitglied Christian Jung eingeladen. Der Verkehrsexperte sagte: „Ich warne davor, zu glauben, dass die Betontrassen nach einer Erneuerung so belastbar sind wie bei ihrer Eröffnung.“