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Leichtathletik Beim 6. Gelita Trail-Marathon in Heidelberg stehen stolze 1500 Höhenmeter im Streckenprofil

Weit mehr als nur ein Waldlauf

Heidelberg.42 Kilometer laufen und dabei insgesamt 1500 Höhenmeter abspulen – das ist Trail Running in seiner extremen Form. Das Laufen abseits befestigter Strecken hat sich mittlerweile zu einem richtigen Trend entwickelt. In Heidelberg steigt am Sonntag (11 Uhr) schon die sechste Auflage des Gelita Trail-Marathon. 1400 Teilnehmer werden erwartet.

„Früher“, erinnert sich Timo Bracht, „da hieß das noch Waldlauf“. „Wir fanden das als junge Kerle aber schon großartig, wenn wir 800 Meter durch den Wald gelaufen sind. Ich habe ziemlich große Lust auf diesen Trail. Es ist meine erste Teilnahme“, sagte der 43-jährige ehemalige Weltklasse-Triathlet gestern auf der Pressekonferenz in Heidelberg. Bracht hat den Heidelberg-Triathlon und Halbmarathon in der Neckarstadt schon gewonnen. Jetzt also der Hattrick? „Nein. Ich gehe nur bei der Staffel an den Start. Ich bin zwar noch fit, aber nicht mehr so wie früher. Ich habe eine gute Staffel zusammengestellt. Da ist Leistung, das Freundschaftliche und das Familiäre gut gemischt.“ Sein Sohn wird in der Staffel den Schlussläufer geben, verriet der Eberbacher, der 2017 aus dem Profigeschäft ausstieg. „Als ich hier den Triathlon gewann, hatte ich ihn als Eineinhalbjährigen auf dem Arm, nun macht er in der Staffel mit – das ist klasse.“

Drei harte Anstiege warten auf die Teilnehmer des Trail-Marathon. Der Karlsplatz in der Heidelberger Altstadt ist wie in den vergangenen Jahren Start und Ziel. Die Strecke führt über die Heidelberger Hauptstraße, die Alte Brücke und die Hirschgasse zum Philosophenweg und zur Thingstätte hinauf. Über den Weißen Stein müssen die Teilnehmer dann weiter durch Ziegelhausen und Schlierbach. Im Anschluss erwartet die Starter dann die letzte Herausforderung mit dem Königsstuhl und der Himmelsleiter, ehe die Strecke an der Molkenkur und am Schloss vorbei wieder zurück in die Heidelberger Altstadt führt.

Quigly brennt auf den Rekord

Beim Marathon sind bei den Herren der Weinheimer Matthias Müller und Moritz auf der Heide, der 2018 den Half-Trail gewann, sowie Janosch Kowalczyk favorisiert. Streckenrekordhalter Florian Neuschwander musste erkrankt absagen. Bei den Frauen peilt die Engländerin Aoife Quigly ihren vierten Sieg in Folge an. Trotz ihrer Dominanz ist ihr eines noch nicht gelungen. „Ich habe den Streckenrekord noch nicht knacken können“, sagt Quigly. Die aktuelle Bestmarke hält immer noch Almuth Grüber, Siegerin von 2013 und 2014, die damals in einer Zeit von 3:42:50 Stunden ins Ziel kam. Im vergangenen Jahr fehlten Quigly 121 Sekunden, um den Rekord zu brechen. „Wenn es wirklich um die 25 Grad warm werden soll, ist das natürlich nicht förderlich“, schmunzelte die Engländerin gestern.

Neben dem Marathon wird auch ein Half-Trail über 30 Kilometer und rund 1000 Höhenmeter angeboten. Startschuss ist hierfür ebenfalls um 11 Uhr. Bislang haben sich schon 1100 Teilnehmer angemeldet. Die Läufer erwartet ein stimmungsvoller Zieleinlauf“, betonte Jessica Herbert von der veranstaltenden Sporteventagentur M3.