Lokalsport Mannheim

Rudern Der Mannheimer Amicitia-Ruderer Simon Klüter will sich zwischen Medizinstudium und Leistungssport den Traum von Olympia zu erfüllen

Vom Neckar über die Rostocker Warnow direkt in die Goldspur

Mannheim.Eine Woche ist es her, dass Simon Klüter im weißrussischen Brest bei der Ruder-U-23-EM Gold im leichten Männer-Einer holte. Für den Europameister veranstaltet die Amicitia heute Abend einen Empfang – bei schönem Wetter unter der Olympia-Eiche.

„Ein großes Ruder-Talent“, sieht Tobias Schumacher vom Sportvorstand in dem 22-jährigen, der an der Universität Rostock Medizin studiert. Dass es Simon Klüter schon als Schüler des am Neckar gelegenen Mannheimer Lessings-Gymnasiums aufs Wasser gezogen hat, kam nicht von ungefähr: Er stammt aus einer Familie mit Ruderbegeisterung. „Zuerst hat mich mein älterer Bruder Daniel bei der Amicitia trainiert“, sagt Klüter. Seit seinem ersten Wettbewerb 2009 in einem Doppel-Vierer hat sich viel getan – bis hin zur U 23-Weltmeisterschaft im polnischen Poznan vor einigen Wochen. Aber da musste er sich mit der Ersatzmann-Rolle zufriedengeben. „Umso glücklicher bin ich über den Erfolg in Brest.“

Gegenüber der Amicitia liegt am anderen Neckarufer das Uni-Klinikum, wo der Medizinstudent gerade in der dortigen Kardiologie ein Pflegepraktikum absolviert. Irgendwann selbst Facharzt für Herz und Kreislauf zu werden, kann er sich gut vorstellen. „Ich habe mich aber noch nicht festgelegt.“ Vorerst beschäftigt ihn vor allem, Lernen und Leistungssport unter einen Hut zu bringen. Nachdem er im letzten Semester viel Zeit und Energie dem Training widmete, peilt er jetzt das Physikum an. Danach will er sich noch einmal voll in die Riemen legen.

Sein Traum: „Olympia!“ Simon Klüter weiß, dass es eng werden wird – weil bei der leichten Klasse (70 Kilogramm im Mannschaftsboot) nur der Doppelzweier als olympische Disziplin gilt. „Um einen der Plätze bemühen sich mehr als zehn gute Leute.“ Der Rostocker Student trainiert zwar professionell betreut auf der Warnow, startet aber als Amicitia-Mitglied. Für die Unterstützung seines Heimatvereins ist er dankbar – „ich habe sogar ein neues Boot bekommen.“ Klüter betont: „In der leichten Gewichtsklasse ist das alles andere als selbstverständlich.“