Lokalsport Mannheim

Spieler der Woche Sebastian Wolf von der SpVgg Wallstadt will Konstanz in seine Leistungen bringen

Mann mit zwei Gesichtern

Archivartikel

Mannheim.„Er ist eine echte Waffe.“ So bezeichnet Trainer Michael Wagner seinen Offensivmann Sebastian Wolf. Der 22-Jährige von der SpVgg Wallstadt ist der Tempomacher auf der Außenbahn des Fußball-Kreisligisten. Zu seiner Schnelligkeit kommt eine gute Torquote.

Beim 4:1-Heimsieg gegen Friedrichsfeld netzte der gebürtige Viernheimer doppelt ein und beglich damit eine persönliche Rechnung. „Wir haben in der letzten Saison zweimal gegen Friedrichsfeld verloren, da war Wiedergutmachung angesagt“, freut sich Wolf über den Dreier, der nach dem Unentschieden zum Auftakt gegen Ketsch wieder Auftrieb gibt: „Unsere Ambitionen waren nach dem Saisonstart definitiv gedämpft. Der Sieg war daher enorm wichtig, um direkt wieder in die richtige Spur zu kommen.“

Verpasster Aufstieg wirkt nach

Der 22-Jährige hat bis heute mit er verkorksten letzten Saison zu kämpfen. Wallstadt verspielte leichtfertig den sicher geglaubten zweiten Tabellenplatz, die Aufstiegsrelegation war fest eingeplant. „Das nagt an mir. Natürlich haben wir versucht, alles zu verarbeiten, teilweise auch zu verdrängen. Direkt vor dem Saisonstart hatte ich es aber immer wieder im Hinterkopf“, gesteht Wolf, der sich mit seinen Mannschaftskollegen eine andere Abschlussfeier gewünscht hatte: „Wir waren auf Mallorca und sind dort schon das eine oder andere Mal ins Grübeln gekommen. Es wäre schön gewesen den Aufstieg auf der Insel zu feiern. In dieser Saison soll es klappen.“

Das ist das Ziel des Studenten. Die Wallstädter sind auf vielen Positionen doppelt besetzt. Der Aufstieg in die Landesliga wäre gleichzeitig der größte Erfolg in Wolfs noch junger Fußballkarriere, auch wenn er schon Verbandsligaluft geschnuppert hat. Bei seinem Heimatverein TSV Amicitia Viernheim spielte er in eben dieser Liga, er kam jedoch nicht regelmäßig zum Einsatz.

Nach einem Intermezzo beim VfL Kurpfalz Neckarau und kurzem Zwischenstopp in Viernheim wechselte Wolf im letzten Sommer nach Wallstadt. „Ich kenne Coach Michael Wagner schon länger, er ist ja auch Viernheimer. Diesen Wechsel habe ich zu keiner Sekunde bereut“, erklärt der 22-Jährige, der sein fußballerisches Talent auch seinem Vater zu verdanken hat. „Mein Papa war ein guter Stürmer, hat viele Tore in der Verbandsliga geschossen. Durch ihn kam ich zum Fußball, er hat mich von Beginn an gefördert.“ Der Vater trainierte den Sohn in der Jugend sogar: „Er hat mir viel abverlangt und auch viel erwartet. Bei mir war er immer besonders kritisch, das hat mir jedoch geholfen. Ich bin ihm sehr dankbar für all das.“

Die Torjägerqualitäten bekam Wolf vererbt, doch noch macht sich bei ihm ein Defizit bemerkbar: „Sebastian ist ein grandioser und fleißiger Spieler, hat aber zwei Gesichter. Es gibt Tage, da spielt er weit über dem Niveau der Kreisliga – und es gibt Spiele, da erkenne ich ihn kaum wieder“, erklärt Coach Wagner. „Wir sprechen oft über dieses Problem. Ich weiß selbst nicht, woran es liegt. Manchmal frage ich mich schon, warum der Coach mich überhaupt aufstellt“, lacht Wolf, der in dieser Saison den Hebel umlegen will.