Lokalsport Mannheim

Spieler der Woche Vittorio Cammilleri hat für den FV 03 Ladenburg schon 17 Mal getroffen / Mit dem Bruder Richtung Kreisliga

Ein Spätstarter auf Höhenflug

Mannheim.Ein Mann dominiert eine ganze Liga und trifft frei nach Belieben. Stürmer Vittorio Cammilleri erzielte in den letzten vier Saisonspielen jeweils mindestens drei Treffer, die Kreisklasse A II steht Kopf. Insgesamt versenkte der Goalgetter des FV 03 Ladenburg schon siebzehn Mal die Kugel im gegnerischen Gehäuse. Die Verteidiger scheinen machtlos. „Natürlich gehört bei solch einer Serie auch immer ein bisschen Glück dazu“, zeigt sich der 23-Jährige bescheiden. „Die Mannschaft spielt aktuell einen guten, schnellen Fußball, das kommt mir sehr gelegen. Oftmals stehe ich einfach goldrichtig, so eine treffsichere Phase von mir habe ich aber auch noch nicht erlebt.“ Die letzten drei Jahre stürmte Cammilleri für den MFC 08 Lindenhof in der Kreisliga, auch dort zeigte er sich meist eiskalt vor dem Tor.

Keine Lust mehr auf Mittelmaß

Rund 40 Treffer markierte er beim Team vom Promenadenweg, dennoch wechselte der gelernte Anlagenmechaniker eine Liga tiefer. „Ich wollte nicht mehr um den Abstieg spielen oder im Mittelfeld dümpeln“, verpasst der 23-jährige seinem Ex-Verein einen Seitenhieb. „Mit meinem Bruder Alessandro bin ich jetzt gemeinsam nach Ladenburg gewechselt, hier ist ein ambitioniertes Team, wir spielen oben mit.“

Tatsächlich hat der FV bisher alle acht Saisonspiele gewonnen, führt die Tabelle mit weitem Abstand an, doch warum wagte er nicht den Schritt in eine höhere Liga? „Ich wollte auf jeden Fall weiter mit meinem Bruder in einer Mannschaft spielen, die Möglichkeit in der Landesliga war nicht gegeben. Natürlich wollen wir uns auch einmal in diesen Ligen ausprobieren. Jetzt liegt unser Fokus auf Ladenburg.“ Der Aufstieg mit dem FV scheint in dieser Saison in greifbarer Nähe, die Elf von Neu-Coach Jörg Höpfner überrollt ihre Gegner regelrecht. Im Ladenburg-Derby gegen die LSV stand es nach 90 Minuten 10:0. „Wir sind schon etwas überrascht, wie wir aktuell durch die Liga marschieren. Das Team ist noch nicht lange zusammen, da kamen viele neue Spieler hinzu, wir hatten durchaus mit Anlaufschwierigkeiten gerechnet“, erklärt Cammilleri. „Klar will der Verein wieder in die Kreisliga. Wir im Team haben uns das aber jetzt noch nicht zum Ziel gesetzt. Es würde sich aber natürlich keiner beschweren, wenn es schon in dieser Saison soweit sein sollte“.

Der Mannheimer merkt aufgrund seines aktuellen Laufs eine Veränderung bei den Gegnern. Längst kann sich der 23-Jährige nicht mehr unbeobachtet auf dem Feld bewegen, mindestens zwei Gegenspieler stehen stets an seiner Seite. „Auch in der Intensität der Zweikämpfe hat sich etwas getan. Es kommt schon vor, dass mir ein Gegner abseits vom Ball den Ellbogen in die Rippen drückt oder vermeintlich unabsichtlich auf den Fuß tritt“, gibt der Stürmer einen Einblick in seinen Arbeitsalltag. „Damit muss ich aber klar kommen. Die besten Antworten auf die ständigen Sticheleien sind meine Tore. Solange es so läuft, sind mir die Ellbogen in den Rippen egal“.

Der gebürtige Mannheimer ist ein echter Spätstarter im Fußballgeschäft. Auf eine fundierte fußballerische Ausbildung kann der Goalgetter nicht zurückblicken. Während andere Jugendliche schon auf dem Fußballplatz standen, habe sich Cammilleri entspannt. „Ich bin erst sehr spät in der C-Jugend in den Fußball eingestiegen. Bis dahin habe ich gar keinen Sport gemacht. Ein Kumpel hat meinen Bruder und mich zum TSV Neckarau gebracht.“ Die Position als Stürmer war dabei von Beginn an gesetzt: „Da gab es keine großen Überlegungen. Ich konnte schon immer gut köpfen, hatte einen guten Abschluss, also ab vor das gegnerische Tor“, sagt der Topscorer lachend.