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Magnetische Vögel

Es ist ein Bild, das in den vergangenen Tagen häufig zu beobachten ist: Störche, die über den Mähdreschern bei der Weizenernte kreisen. Oft landen sie auch und laufen hinter der Maschine her oder durchstöbern das frisch gedroschene Feld. „Erntearbeiten ziehen Weißstörche magisch an“, weiß Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut im schleswig-holsteinischen Bergenhausen. Als eine der Außenstellen des NABU-Bundesverbandes erarbeitet das Institut die wissenschaftlichen Grundlagen des NABU und anderer Einrichtungen.

„Störche ernähren sich unter anderem von Kleinsäugern, Eidechsen, Schlangen, großen Insekten und Würmern“, ergänzt Claudia Wild vom NABU Baden-Württemberg. „Beim Mähen von Getreideäckern verlieren die Tiere ihre Deckung oder werden sogar verletzt oder getötet. Übrig bleiben Stoppeläcker, zwischen denen die Tiere dann von den Störchen bequem aufgesammelt und verspeist werden können.“ „Weißstörche kann man als optisch orientierte Schreitjäger bezeichnen. Sie laufen eine Fläche ab und erspähen dann ihre Beute“, verrät Kai-Michael Thomsen. Deshalb sei der Sichtkontakt zur Beute wichtig. Den haben die majestätischen Vögel erst, wenn die Felder abgeerntet sind – und das nutzen sie direkt aus. mics (Bild: istock)