Leserbrief

Leserbrief Zu „Nawalny attackiert Schröder“ (FN, 8. Oktober)

„Zeichen der Abhängigkeit“

Warum Altkanzler Schröder für die in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung von Oppositionspolitiker Nawalny getätigten Aussagen, nun das Boulevardblatt verklagen will, ist unverständlich. Als gelernter Jurist müsste er eigentlich wissen, dass das Blatt nur das wiedergegeben hat, was Nawalny im Interview aussagte. Dies gehört ganz einfach zur Pressefreiheit. Sollte er die Aussagen als falsch empfinden, wäre eher Nawalny sein Widerpart und nicht die Zeitung.

Unterdessen muss sich Schröder nicht wundern, von Nawalny als Laufbursche Putins bezeichnet zu werden. Denn seine fürstlich honorierten Bezüge in diversen russischen Aufsichtsräten machen ihn ganz einfach angreifbar.

Auch seine persönliche Freundschaft zu Putin, einem Politiker der für viel Elend in Syrien mitschuldig ist, wird weltweit sehr verurteilt. Er mischte sich auch in den Ukraine-Konflikt ein und annektierte die Krim.

Wenn Schröder jetzt sagt, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse zu dem Giftanschlag auf Nawalny gibt, ist dies ein weiteres Zeichen der Abhängigkeit Schröders von Putin. Denn nicht nur deutsche Mediziner, sondern auch internationale, haben die Vergiftung mit dem Nervengift testiert. Und Zugang zu diesem hat nur die russische Regierung, was bedeutet, dass Putin einen unangenehmen Oppositionspolitiker unschädlich machen wollte.