Leserbrief

Leserbrief Zur Berichterstattung über das Thema Organtransplantation

„Wir brauchen einen Organpool“

Die FN haben am 27. November über eine Veranstaltung zur Organtransplantation und zur Widerspruchsregelung berichtet.

Offensichtlich wurde während dieser Veranstaltung wiederum darauf hingewiesen, dass sehr viel mehr transplantationsfähige Organe benötigt werden als sie in der Bundesrepublik zur Verfügung stehen.

Grund dafür ist nicht etwa das fehlende Einverständnis der potenziellen Spender, sondern die erfreulicherweise immer geringer werdende Anzahl von Hirntoten, was auf verbesserten Unfallschutz und Fortschritte in der Medizin zurückzuführen ist. Ärzte kämpfen viel länger um das Leben jedes einzelnen Patienten als früher, und die regelmäßig während der Behandlungszeit eintretenden Organ- und Gewebeschäden machen die Verwendung dieser Organe zur Transplantation unmöglich. Es gäbe eine sehr viel bessere Lösung für das Problem der fehlenden Organe als die Widerspruchslösung, wenn man seitens der Ärztekammern einen Organpool einrichten würde, der ausschließlich für die Organe von Lebendspendern bestimmt ist.

Wenn zum Beispiel meine Frau von mir eine Niere benötigen würde, um nicht dialysiert werden zu müssen, und unsere Gewebsfaktoren wären nicht kompatibel, so dass eine Transplantation ausscheidet, so könnte ich eine Niere in diesen erwähnten Pool hineingeben und für meine Niere würde ein geeigneter Empfänger gesucht. Im Gegenzug würde ich den Anspruch erwerben, aus diesem Pool eine Lebendspenderniere zu beziehen, die möglichst perfekt zu den Gewebseigenschaften meiner Frau passt.

Wenn nur wenige hundert Teilnehmer in einem solchen Pool registriert werden könnten, wäre das Problem so gut wie gelöst, natürlich nur für die Nierenspende und nicht für andere Organe.

Etwa 12 000 Menschen in der Bundesrepublik warten auf ein Spenderorgan, davon warten mehr als 8000 auf eine Niere. Mit der vorgeschlagenen Pool-Lösung könnte man diesen Menschen zeitnah helfen.