Leserbrief

Leserbrief Zu „In der Forschung dreht sich vieles um das neue Virus“ (FN, 24. August)

Wie kann man so einen Vergleich anstellen?

In den Fränkischen Nachrichten kam am 24. August an prominenter Stelle eine lächerliche Information.

Es fing ganz vernünftig an. „In der Forschung dreht sich vieles um das neue Virus“, so der Titel.

Interessiert schaue ich auf die Zusammenfassung im Kasten unter dem Foto des Übeltäters. Ich freue mich auf verlässliche Information aus der Forschung.

Ich lege Wert auf Fakten. Und es werden auch Fakten geliefert. 600 000 Tote weltweit. Damit man das einordnen kann, wie viele das sind, wird verglichen – mit Krebserkrankungen.

Und, o Schreck, es sind dreimal mehr Coronatote als Krebstote. Aber nicht die Krebserkrankungen weltweit, sondern die in Deutschland. Man suggeriert damit, dass Krebs harmloser ist als Corona! Es gibt nur 230 000 Krebstote.

Wie kann man unter der Überschrift „Forschung“ so einen Vergleich anstellen, bei dem zwei Parameter unterschiedlich sind, bei drei Parametern überhaupt?

Wenn man die Anzahl der Coronatoten weltweit mit der Anzahl der Krebstoten in Deutschland vergleicht, kann man auch die Anzahl der roten Äpfel mit der der roten Autos vergleichen.

„Die International Agency for Research on Cancer schätzt die Zahl der Krebstoten weltweit für das Jahr 2018 auf rund 9,56 Millionen.“

Das ist die Zahl, mit der die 600 000 Coronatoten verglichen werden sollten.

Angesichts dieser Zahlen frage ich mich: Lohnt sich der Aufwand zur Vorbeugung von Corona wirklich? Sollten wir nicht besser in die Vorbeugung von Krebs investieren?