Leserbrief

Leserbrief Zum Bericht „Mobbing durch Völkerball“ (FN, 29. Juni)

„Wettbewerb in allen Bereichen wichtig“

Mindestens einmal am Tag, wenn ich die Zeitung lese, denke ich, dass ich inzwischen auf einem anderen Planeten lebe. So war es auch bei dem Beitrag zum Völkerball. Wie habe ich dieses Spiel in meiner Kindheit geliebt! Wir strahlten alle, wenn der Sportlehrer Völkerball anstatt eines 800-Meter-Laufs ankündigte.

Nun muss ich lesen, dass schwächere Schüler dadurch „gemobbt“, werden könnten. Was bedeutet das? Sollen wir nun jede Form von Wettbewerb abschaffen, denn dabei gibt es immer Verlierer? Ja, zu verlieren kann weh tun, aber es kann gleichzeitig Ansporn sein, mehr zu trainieren, mehr zu lernen, mehr zu leisten, um eines Tages zu den Gewinnern zu gehören.

Wettbewerb ist in allen Bereichen der Gesellschaft wichtig, selbstverständlich auch in der Schule und beim Sport. Das ständige Absenken des Leistungsniveaus hat Deutschland jetzt schon von einem einstigen Spitzenplatz im Bildungswesen ins Mittelfeld abrutschen lassen. Ein Berufsschullehrer sagte mir, dass er die Mathematikaufgaben, die er vor zehn Jahren mit den Schülern berechnet hat, von heutigen Schülern nicht mehr lösbar seien. Das Ergebnis dieser „neuen“ Pädagogik, sich kollektiv am Schwächsten zu orientieren, führt außerdem zu einer ungeheueren Selbstüberschätzung der jungen Menschen. Mein Fazit: Die junge Generation braucht wieder eine Orientierung an den Besten und eine realistische Leistungseinschätzung des eigenen Könnens. Die Leistung ständig nach unten zu korrigieren, schadet unseren Kindern und letztendlich unserer gesamten Gesellschaft.

Schluss mit dieser kommunistischen Gleichmacherei. Auf zu neuen Höhen.