Leserbrief

Leserbrief Zum Europa-League-Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Schachtar Donezk (FN 22. Februar)

Wer muss vor wem geschützt werden?

Die Arbeit von 72 Stunden, Materialkosten aus Spenden und dann ein unberechtigter und unverhältnismäßiger Polizeieinsatz: gerechtfertigt mit scheinheiligen Gründen eines verletzten Egos, mit Maßnahmen die weit weg sind von Verhältnismäßigkeit!

Nicht verursacht von den „so genannten Fans“, wie es medial immer so schön heißt, sondern von einem Politiker der CDU, der ja „nur“ Innenminister ist und für Sicherheit sorgen soll. Und dieser stellt sich vor Kameras und bezeichnet eine emotionale Rede als Gewaltaufruf.

Der Sport lebt schon immer von der Emotionalität – und das ist auch gut so. Auch Fannähe ist in diesem Geschäft etwas Positives und hat nichts mit Kriminalisierung zu tun. Und am Ende steht dieser Polizeieinsatz mit dem Ergebnis, dass keine Pyrotechnik gefunden wurde, aber mindestens zwei Personen verletzt wurden. Und warum? Um eine „Bedrohung“, ein massives Sicherheitsproblem, zu beseitigen? Nein, um ein Ego-Problem, das mit einem Banner zusammenhängt, zu beseitigen. Man hat sich als Fußballfan ja an so einiges gewöhnt, aber dieses Maß übertrifft alles . . .

Ein zukünftiges Sicherheitskonzept sollte anders aussehen, und auch der Weg der Kommunikation sollte darin enthalten sein.

Ich hoffe, man geht nun auch mit der gleichen Konsequenz gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes vor, wie sonst so oft gegen die „so genannten Fans“– im Sinne des Fußballs.