Leserbrief

Wer Kranke begleitet, handelt göttlich

Zum Artikel „Das Leid muss ,unerträglich’ sein“ vom 26. Februar:

Die Menschen, welche „Euthanasie“ gewähren, spielen sich zu Gott auf, nehmen sich Rechte heraus, die ihnen nicht zustehen und denken nicht daran, dass alles im Leben einen höheren Sinn hat. Selbst das Leid. Nicht einfach ist es sicherlich, in Demut eine Erkrankung anzunehmen und zu akzeptieren.

Sterbehilfe sollte immer dort ansetzen, wo Schmerzen gelindert werden können – selbst auf die Gefahr hin, dass Opiate womöglich vorzeitig zum Tod führen. Doch „Euthanasie“ ist ein willkürlicher Eingriff des Menschen, greift in den Seelenplan des Leidenden ein und hat für jenen sowie für den euthanisierenden Arzt Konsequenzen. Und wo ein Leben vorzeitig beendet wird, damit der Kranke schneller von seinem „Siechtum“ befreit ist, hat das nichts mehr mit christlichen Werten zu tun, sondern ist eine Ausrede, die Angst, das Leid des anderen nicht ertragen zu können.

Es ist einfacher, das Leiden zu beenden, als es zu akzeptieren. Es ist leichter, das Siechtum eines anderen zu beenden, als die Kraft aufzubringen, ihn zu begleiten und zu unterstützen. Jene Ärzte, welche das Leben des Patienten durch „Euthanasie“ beenden, jene Gremien, die dies befürworten, erheben sich zu Gott, entscheiden über Leben und Tod, beurteilen und spielen sich zu Richtern auf. Und die Politiker, die ein solches Gesetz erlassen haben, haben im Grunde genommen ihre Verantwortung auf die Ärzte abgeschoben, hatten selbst Angst, sich zu Richtern über die Menschen aufzuspielen.

Ein Leben zu nehmen ist leicht. Aber einen Kranken bis zum Schluss zu begleiten und zu unterstützen, medizinisch und menschlich, das bedeutet, in der Kraft und in der Liebe zu stehen. Das ist göttlich.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2H8UHMQ

Zum Thema