Leserbrief

„Warum nicht gleich richtig?

Zur Berichterstattung über die geplante Sanierung des Schriesheimer Schulzentrums

Die Architekten begründen die Generalsanierung mit der Energieeinsparverordnung (EnEV). Gesamtelternbeiratsvorsitzende Christiane Haase soll herausgefunden haben, dass die Erneuerung von Einzelelementen nicht möglich sei. Bauamtsleiter Markus Schäfer hält im Falle der Sanierung des Gymnasiums einen Zeitraum von 3,5 Jahren für „sportlich“ („MM“ vom 27. Juli 2018). Ist wirklich kein Automatismus Richtung Generalsanierung gegeben?

Es muss wirtschaftlich und stadtplanerisch clever gehandelt werden – und im Sinne der Schüler und Lehrer, die auch unter einer Sanierung leiden würden. Wer will mit seiner Schule zweimal umziehen und vier Jahre in einer Containerschule unterrichten und unterrichtet werden?

Wenn man die Flächenvorgaben des Modellbauprogramms von Baden-Württemberg multipliziert mit den Quadratmeter-Kosten der in 2017 fertiggestellten Realschule in Sinzheim (Baden-Baden), würde ein Neubau des Schulzentrums ca. 26 Millionen Euro kosten – für alle drei Schularten zusammen. Sinzheim bekam einen Zuschuss von circa 40 Prozent. Demnach wäre ein Neubau realistisch, und Platz dafür wäre zum Beispiel am Ladenburger Fußweg.

Vor einer Entscheidung darüber, wie man mit dem Schulzentrum weiter verfährt, müssen Hausaufgaben erledigt werden wie:

Was würde die Sanierung des Schulzentrums – nicht nur des Gymnasiums – mittel- und langfristig kosten? Wie lange würde saniert, wie lange müsste man eine Containerschule nutzen? Welche Nutzfläche und Grundfläche hätte sie? Wo würde sie aufgestellt? Was würde sie kosten?

Welche Schülerzahlen müsste man für einen Neubau zu Grunde legen, wenn man nur Schriesheims Bevölkerung berücksichtigt? Welche Nutzfläche müsste ein Neubau nach aktuellen Vorgaben haben? Was würde er kosten? Welche Zuschüsse bekäme man? Welche Fläche könnten man „einsparen“, was wäre der Gewinn aus dem Grundstücksverkauf? Ist das aktuelle Schulzentrum erdbebensicher? Et cetera.

Wer Platz für eine Containerschule für vier Jahre findet, kann es auch gleich „richtig“ machen. Es wäre unverantwortlich, wenn man getrieben durch eine Zuschusszusage, bessere Alternativen außer Acht lässt.