Leserbrief

Leserbrief Zu „Landwirte haben Chance vertan“ (FN, 30. September)

„Volksbegehren schießt übers Ziel hinaus“

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie immer wieder versucht wird, die Landwirtschaft in Misskredit zu bringen. Sind es nicht gerade die Landwirte, die die Bevölkerung ernähren? Schränkt man deren Handlungsspielraum immer mehr ein, führt dies zu Ernteausfällen, was nicht nur die Existenz der Bauern, sondern auch das Warenangebot bedroht. Dann müssen wir das, was wir zum Leben brauchen, zu uns einführen. Und hier stellt sich die Frage, ob diese Lebensmittel und deren Herstellung so gut kontrolliert sind wie bei uns. Ganz zu schweigen von der schlechteren Ökobilanz.

Was den Preis der Lebensmittel anbelangt, wird dieser durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Erhöhe ich künstlich das Angebot für Ökolebensmittel, wie im Volksbegehren gefordert, sinken dort die Preise, und der Ökolandbau gerät in die Krise. Das heißt, erst muss der Konsument den Markt für mehr Ökolebensmittel schaffen, dann kann der Landwirt auch zu einem fairen Preis anbieten.

Wir Landwirte arbeiten in und mit der Natur. Es ist uns bewusst, dass wir für unsere Arbeit und unser Auskommen auf Insekten angewiesen sind. Wir geben unser Bestes, sie im Rahmen der Möglichkeiten zu schützen. Das Volksbegehren „Artenschutz-Rettet die Bienen“ ist dazu zwar auch geeignet, schießt jedoch über das Ziel hinaus. Wenn sich die Mehrheit des Gesamtvorstands des Imkerverbands dagegen ausspricht, ist das bezeichnend.

Der Titel „Artenschutz-Rettet die Bienen“ klingt vielversprechend. Wer möchte das nicht gerne unterschreiben? Aber auf den Inhalt kommt es an. Daher: erst informieren und darüber nachdenken, ob man das wirklich unterschreiben möchte.