Leserbrief

Leserbrief Zu „Von Null auf 218,5 Milliarden“ (FN, 16. Juni)

„Unser Wohlstand basiert auf Ausbeutung“

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung ist verabschiedet. Es soll „die Bürger wieder in Konsumlaune bringen“. Soll er wieder Fahrt aufnehmen, der Konsumwahn?

Dazu Beispiele, die sich beliebig ergänzen lassen: Laut Verbraucherzentrale landen Jahr für Jahr „in Deutschland rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Verbraucherinnen und Verbraucher werfen pro Kopf etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. In der Summe sind das jedes Jahr Lebensmittel im Wert von zirka 20 Milliarden Euro.“

Billig, billig, so die Lebensmittelwerbung. Beim Fleisch steht dafür das Beispiel Tönnies: Massentierhaltung, tonnenweise Antibiotikum und Ausbeutung der Arbeitskräfte.

„Die EU müsste Mindestpreise für Bekleidung festsetzen. Vielleicht 20 Schritte sind es, um aus Baumwolle zum Beispiel ein T-Shirt anzufertigen. Und dann wird es für den Preis eines Sandwiches verkauft? Das ist ein Unding! Leute verhungern dafür und werden als Sklaven gehandelt“, so die Trendforscherin Li Edelkoot.

Kleidung zählt als kurzlebiges Konsumgut, das schnell aus der Mode kommt.

Nach einer Untersuchung der Universität Bamberg haben „Online-Händler im vergangenen Jahr geschätzt rund 20 Millionen Artikel entsorgt.

Dabei handelte es sich um Kleidung, aber auch um Elektro- und Freizeitartikel, Möbel und Haushaltswaren sowie Produkte des täglichen Bedarfs“.

„Lebten alle wie die Deutschen, bräuchten wir drei Erden“, so der „tagesspiegel“ im Zusammenhang mit dem Erdüberlastungstag im Mai 2018.

Unser Wohlstand basiert auf Ausbeutung, vor allem von „Drittländern“, ihren Menschen und Rohstoffen.