Leserbrief

Leserbrief Zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche

Traurig und wütend zugleich

Meine Absicht ist es nicht, die Kirche oder die Priester zu verteidigen, die Unschuldigen unermessliches Leid zugefügt haben oder noch zu tun. Es gibt keine Werte, die solche Taten rechtfertigen könnten.

Wenn man sich aber „wie besessen“ bei einem einzigen Thema aufhält und den Blick für das Ganze verliert, vergisst man jene Priester, die ihr Leben verbrauchen, um Menschen zu helfen.

Unsere Massenmedien scheinen kein Interesse daran zu haben, zum Beispiel Nachrichten weiter zu geben, dass es tausende und abertausende Priester gibt, die in Hospitälern, Lepraheimen, in Flüchtlingscamps, in Gefängnissen, in Einrichtungen zum Schutz von Kindern oder von Aidswaisen arbeiten. Die Krankenhäuser und Schulen mitaufbauen, um Leben zu ermöglichen.

Und unsere Priester vor Ort? Auch sie verbrauchen ihr Leben im Dienst für die Menschen in ihren Gemeinden, um die „Frohbotschaft“ vom Reich Gottes weiterzusagen.

Spott und Schadenfreude, ja sogar Hass, schlägt der katholischen Kirche entgegen – aber ich schäme mich nicht, ihr anzugehören, trotz allem „Übel“.