Leserbrief

Leserbrief Zu „Staatliche Rente – geht’s jetzt ans Eingemachte?“ (FN, 6. Juni)

Teil der Rente muss versteuert werden

Herr Mulke geht bei seinem Beitrag leider nicht darauf ein, dass ein Teil der Rente auch versteuert werden muss.

Bei einem Rentenbeginn bis 2005 waren 50 Prozent der Rente steuerpflichtig.

Ab Renteneintritt 2006 mussten pro Jahr zwei Prozent mehr versteuert werden, sodass bei Renteneintritt im Jahr 2018 inzwischen 76 Prozent steuerpflichtig sind!

Ab 2021 bis 2040 beträgt die Erhöhung dann noch ein Prozent pro Jahr, bis dann ein Rentner, der 2040 in Ruhestand geht, die volle Rente mit 100 Prozent versteuern muss. Hat ein Rentner 2005 beispielsweise jährlich 15 000 Euro Rente bekommen, waren 7500 Euro zu versteuern.

Mit einem Rententrick wurde der freie Betrag von 7500 Euro fixiert und nahm fortan nicht an künftigen Rentenanpassungen teil. Betrug die Jahresrente im Jahr 2018 beispielsweise 19 000 Euro, so sind nach wie vor nur 7500 Euro frei und 11 500 Euro zu versteuern. Aus einem prozentualen Steuerfreibetrag von 50 Prozent sind nun nur noch 39,5 Prozent frei, oder aus 50 Prozent Steuern werden plötzlich 60,5 Prozent!

Unerwähnt blieb auch, dass jedes Rentnerehepaar, welches neben der zu versteuernden Rente mit weiteren Einkünften, wie Mieteinnahmen, Zinserträgen, Aktiengewinnen nebst Dividenden und auch Riesterrenten, über den jährlichen Grundfreibetrag von derzeit 18 000 Euro kommt,verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben.

Tun sie das nicht, werden sie unwissend und ungewollt zum Steuersünder!

Auch für Selbstständige kommt ein böses Erwachen.

Waren früher abgeschlossene Rentenversicherungen zur Altersvorsorge bei einer Mindestlaufzeit von zwölf Jahren bei der Auszahlung steuerfrei, werden jetzt Abgeltungssteuer, Soli und Kirchensteuer in Abzug gebracht.