Leserbrief

Leserbrief Zu „Keine guten Nachrichten für die Sparer“ (FN, 7. November)

Schuldenmenge steigt immer weiter an

Der Motor unserer Volkswirtschaft ist das Geldsystem. Der Trick dabei ist, dass unser Geld ausschließlich durch Kreditvergabe entsteht. Daraus ergibt sich folgende Feststellung: Das Vermögen des einen, sind die Schulden des anderen.

Das Perfide ist, dass die Schuldner auf diese Vermögen Zinsen zahlen müssen. Am Beispiel der Staatsschulden beträgt die Zinslast, trotz der Null-Zins Politik der EZB, immer noch fast 20 Milliarden Euro jährlich. Wer bekommt das Geld? Nun, alle, die in deutsche Staatsanleihen investiert haben – und da ist der kleine Mann eher in der Minderheit.

Zwar hat jeder Zinseinkünfte von seinem Guthaben, doch als Milliardär ist man rein mathematisch klar im Vorteil.

Durch Wiederanlage der Zinseinkünfte steigt so im Laufe einiger Jahrzehnte die Geldmenge (=Schuldenmenge) immer weiter an. Auf diese Geldmenge müssen wir nun alle irgendwie den Zins erarbeiten.

Dies macht sich in Form von Wachstums-, Rationalisierungszwang, Mehrarbeit oder durch die Erhöhung der Abgabenlast bemerkbar.

Auf der anderen Seite steigt das Vermögen der Reichen. Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Zinslast im System so groß ist, dass selbst bei nahe null Prozent kein spürbares Wirtschaftswachstum mehr erreicht werden kann.

Ein höherer Leitzins würde uns sofort überfordern.

Bleibt er niedrig, verdienen die Banken zu wenig und gehen pleite.

Der endgültige Kollaps wird nur durch noch mehr Gelddrucken (Negativzins, Helikoptergeld) hinausgezögert werden können.

Am Ende ist es eine Angelegenheit, bei der alle Milliarden unserer Regierung nicht reichen werden, um eine „mögliche“ Krise zu verhindern.