Leserbrief

Leserbrief Zu den Brexit-Beratungen

„Reisende soll man nicht aufhalten“

Reisende soll man nicht aufhalten, heißt es. Dieser Sinnspruch passt im Moment gut auf die elend lange Brexit-Diskussion. Und noch ein anderer Spruch fällt mir dazu ein: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Nordirlandgrenze hin oder her. Eventuelle wirtschaftliche Konsequenzen – geschenkt.

Die EU macht sich wieder einmal in die Hose. Wenn Bedenkenträger die Politik bestimmen, wird es schwierig. In TV-Interviews wurde in den vergangenen Tagen deutlich, dass selbst viele UK-Bürger gar nicht mehr verstehen, worüber in der (für sie so wichtigen) Angelegenheit eigentlich noch verhandelt und beraten wird.

Es handelt sich hier geradezu um eine Lehrstück, warum die Menschen die Bindung zur Politik und ihren Repräsentanten verlieren: Zu viel Diskussion, Konsensbesessenheit und immer neue Kehrtwendungen ohne stringente Zielverfolgung. Dazu ein sich Verlieren in Detailfragen ohne den Mut, mit einem großen Knall einen Schlussstrich zu ziehen.

Dabei ist doch alles so klar: Mit dem Referendum haben sich die Briten entschieden. Also raus mit ihnen. Und das so schnell wie möglich. Und bitte keine fadenscheinigen Kompromisse. Angst essen Seele auf – aber anscheinend auch das Hirn. Wie gesagt: Reisende soll man nicht aufhalten.

Und danach bitte gleich wieder zurück zur Arbeit an den wirklich wichtigen Sachthemen, wie immer vollmundig gefordert wird, wenn der Motor stottert.