Leserbrief

Leserbrief Zu „Blumen und Schläge vom Ehemann“ (FN, 8. März)

„Provokativ und verletzend“

Mit tiefer Bestürzung habe ich am frühen Morgen des 8. März, dem Weltfrauentag, den Bericht über die Situation der Frauen in Russland gelesen. Ich abonniere seit Jahrzehnten die FN und bin mittlerweile gewöhnt an ausschließlich negative Berichterstattung über dieses Land. Aber dieser Artikel hat alles übertroffen: Bereits die Überschrift„Blumen und Schläge vom Ehemann” wirkt provokativ, realitätsfern und verletzend. Die Darstellung der russischen Frau als unterdrücktes, arbeitsscheues, rotlippengeschmücktes Flittchen auf Männerfang, das an dem Feiertag erst einen obligatorischen Blumenstrauß überreicht bekommt, dann zum Schluss verprügelt wird und noch stolz darauf ist, finde ich absolut daneben. Wäre es nicht passender, an diesem Tag neben den vorhandenen Verletzungen von Frauenrechten auch über starke, selbstbewusste und erfolgreiche russische Frauen zu berichten, die einer schwierigen wirtschaftlichen Lage in ihrem Land trotzen, statt Dokumente aus dem 16. Jahrhundert zu zitieren, über die moderne russische Frauen nur lachen können.