Leserbrief

Leserbrief Zu: Derr: „Über die nächsten ein, zwei Jahre retten“ (FN 31. Juli)

Peinlichkeiten bei der Präsentation des Vorstands

Am 29. Juli konnte nun endlich nach fristgerechter Einberufung die Mitgliederversammlung des Fechtclub Tauberbischofsheim stattfinden. Die Aussage des Vorstandsmitglieds Derr „Über die nächsten ein, zwei Jahre retten“ klingt angesichts der vorgelegten Zahlen, die für 2020 prognostiziert wurden, äußerst optimistisch. Anders ausgedrückt: Wenn nicht ein mittleres Wunder passiert bzw. der neu besetzte Vorstand mit extremen Einsparungen innerhalb kürzester Zeit das Ruder herumreißt, braucht man sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob man noch irgendetwas ausrichtet. Kurioserweise verlässt der bisher für Finanzen zuständige Vorstand Bayer das sinkende Schiff und wird durch zwei neue Vorstandsmitglieder ersetzt, die sich um den Bereich „Sport“ bewerben. Muss man das verstehen? Herr Derr scheint, so seine obige Aussage, als erfahrender Unternehmer die finanzielle Schieflage erkannt zu haben und ist selbst sicher mit den Fähigkeiten und notwendigen Kenntnissen ausgestattet, hier den FC TBB ans rettende Ufer zu bringen.

In der Versammlung hat sich der Vorstand allerdings nur dadurch ausgezeichnet, dass gefühlt auf jeder zweiten Folie in roten Lettern „Mitarbeit“ (der Mitglieder) Voraussetzung sei. Solche Forderungen des Vorstands würden voraussetzen, dass der Vorstand selbst erst einmal ordentliche Arbeit leistet. Im Folgenden einige Sachverhalte, die aufzeigen, dass der gesamte Vorstand sicher nicht sehr viel Arbeit in die Vorbereitung der Versammlung investiert hat. Laut dem scheidenden Vorstandsmitglied haben alle Vorstandsmitglieder die Präsentation vorab zur Durchsicht erhalten. Wie kann es dann zu folgenden peinlichen Fehlern kommen?

a) Auf den Antrag, Sinn und Zweck der Stiftung Fechtsport zu erklären wurde eine Folie präsentiert mit der Überschrift „Sinn und Zweck der Stiftung Fechtsport“. Darunter war das Logo der GFFC abgebildet. Scheinbar war dem Vorstand nicht bewusst, dass dies zwei unterschiedliche Institutionen zur Förderung des Fechtsports sind. Auf diesen Fehler aufmerksam gemacht, war der Vorstand dann nicht in der Lage, diesen Sachverhalt auszudifferenzieren. Glücklicherweise konnte dann ein Mitglied diesen Sachverhalt teilweise aufklären.

b) Auch bei der Vorstellung der Sponsoren leistet man sich einen unverzeihlichen Fauxpas. Dass man als ortsansässiger Verein in einer von (angeblich) allen Vorstandsmitgliedern überprüften Präsentation den Namen eines Sponsors falsch schreibt, würde mir als Gönner schon zu denken geben.

c) Dass aber auch das neue Vorstandsmitglied nicht wirklich einen Überblick hat, zeigte sich in der Aussage, man sei im Nachwuchsbereich gut aufgestellt. Hier kann man natürlich eine unterschiedliche Sichtweise haben. Ich persönlich finde, dass man sich nicht als gut aufgestellt sehen kann, wenn es pro Jahrgang zum Beispiel und zum Teil nur eine/n oder zwei Fechtschüler/in/innen (männlich & weiblich) gibt. Teilweise fiel in den letzten Wochen das Training mangels Masse aus. Waren Sie, Herr Rupp, schon einmal beim Nachwuchstraining?

d) Bezüglich eines Antrages über die Offenlegung der Ausgaben für den Geschäftsführer der FCM, Herrn Dr. Holler, hüllte man sich dadurch in Schweigen, dass es sich um eine Personalangelegenheit handelt. Dass kein Mitglied weiter nachhakte, wundert einen doch.

e) Dem Vorstand war es zu kompliziert, die Mitgliedsbeiträge einzuziehen – man könnte auch einfach sagen, der Vorstand war zu faul. Hierdurch hat man sehenden Auges zugelassen, ja sogar verschuldet, dass dem Fechtclub dadurch mehrere tausend Euro entgangen sind. Auf die von einem Mitglied während der Versammlung vorgetragene Idee, notgedrungen mit etwas Mühe die Beiträge „händisch“ einzuziehen oder per E-Mail die Mitglieder bitten, den Betrag ausnahmsweise zu überweisen, ist man eigenartiger Weise nicht gekommen. Sicher hätte man nicht alle erreicht, aber ein Anfang wäre es gewesen.

Hier zeigt sich doch, wie desinteressiert der Vorstand am FC Tauberbischofsheim ist/war, und es wundert mich gar nicht mehr, dass 2018 mehrere Spitzensportler, neben weiteren etwa 100 Mitgliedern, die den Kraftraum nutzten, den Fechtclub verlassen haben.