Leserbrief

Leserbrief Zu „Deutschland drohen strenge Corona-Regeln“ (FN, 22. September)

„Nutzen-Risiko-Analyse“ erforderlich

Täglich wird dem Bürger von den Medien die besorgniserregende Zahl der Corona-Neuinfizierten berichtet, jetzt auch noch über eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen nachgedacht.

Ich wünsche mir endlich eine Berichterstattung, die von positiven SARS-CoV-2 -Nachweisen spricht und die Zahl in Beziehung zu den Gesamttestungen setzt, sowie die Anzahl der wirklich Erkrankten nennt. Ein Blick auf das RKI-Dashboard, das entweder Erkrankungsdatum oder – falls nicht bekannt – Meldedatum erfasst, lässt sehr stark vermuten, dass nur ein geringer Teil der aktuell positiv getesteten Menschen wirklich erkrankt ist. Und weiterhin kann von einer Überlastung unseres Gesundheitssystems – zum Glück – keine Rede sein. Maßnahmen zur Bekämpfung einer Pandemie sollten einer Nutzen-Risiko-Analyse unterzogen werden, so auch das Tragen von sogenannten Alltagsmasken. Gibt es schon für den Nutzen des Tragens eines medizinischen Mund-Nase-Schutz im öffentlichen Raum keine wissenschaftlichen Daten, fehlen diese erst recht für das Tragen von sogenannten Alltagsmasken. Betrachtet man dann den Umgang mit den Masken, die ständig angefasst werden, ohne dass davor die Hände gewaschen oder desinfiziert werden, oder die – wenn nicht benötigt – dekorativ an Tasche oder Ellbogen hängen, um bei Bedarf wieder aufgesetzt zu werden, darf man den Nutzen durchaus anzweifeln. Eine Nutzen-Risiko-Analyse ist übrigens auch Radfahrern zu empfehlen, die mit Maske, aber ohne Helm unterwegs sind.