Leserbrief

Leserbrief: Zum Artikel "Gruppen liefern erfreuliche Ergebnisse" (FN 11. Mai)

Nicht gründlich genug Gedanken gemacht

Über 72 Stunden sind nun seit Abschluss der aktuellen 72-Stunden-Aktion vergangen. In und um Bad Mergentheim wurde geplant, Kreativität und viel Arbeitskraft eingesetzt. Und die respektablen Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

So auch im Stadtteil Stuppach: Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) war hier zum zweiten Mal Teilnehmer der Aktion: Nach dem Bau des Beachvolleyballplatzes im Jahr 2004 waren nun die Grundschule und der Kindergarten an der Reihe. Hier wurden mit enormer Energie und viel Liebe zum Detail die Außenbereiche verschönert und zum Teil mit neuen Spielmöglichkeiten ergänzt, so dass die Kinder die Ergebnisse nicht nur sehen, sondern spürbar erleben können!

So erfahren die Pausen und das Spielen im Freien eine deutliche qualitative Aufwertung. Ein dickes Lob an alle Teilnehmer und Helfer. Die Mühen haben sich gelohnt, jede erledigte Aufgabe bzw. Station macht Sinn und wäre so wohl nicht zustande gekommen. Oder sagen wir besser: Fast jede, bis auf eine: der Sandaustausch! Schade, das sich in diesem Fall die Verantwortlichen der Aktion sowie Zuständige der Stadt nicht gründlicher Gedanken um den eigentlichen Sinn der 72-Stunden-Aktion gemacht haben: "Die Aktionsgruppen wollen Unmögliches möglich machen - erledigen aber nicht das Alltags- & Pflichtgeschäft anderer!" (Quelle: www.72stunden.de)

Eindeutig fällt hier der Austausch des Sandes auf dem Schul-Spielplatz nicht darunter! Dies wäre Aufgabe der Stadt Bad Mergentheim gewesen: Sie ist für die Instandhaltung der öffentlichen Spielplätze zuständig. Leider wurde das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen innerhalb des Projekts in diesem Fall falsch benutzt. Man hätte den Einsatz dieser freiwilligen Helfer durchaus sinnvoller nutzen können, für Projekte, die sonst nicht verwirklicht würden, noch länger auf Eis lägen oder beispielsweise für weitere Spielgeräte oder Wandbilder und nicht für eine Pflichtaufgabe der Stadt. Aber somit hat die Stadt Bad Mergentheim nun sicherlich Mittel und auch Gelder eingespart, um sich um die restlichen vernachlässigten Spielplätze zu kümmern: Sei es der als Hundeklo missbrauchte Spielplatz im Wohngebiet oder der an der Freiwilligen Feuerwehr Stuppach. Wobei dieser seit geraumer Zeit um eine "Attraktion" reicher ist: Der Wippbalken wurde aufgrund des morbiden Zustandes kurzerhand an beiden Enden abgesägt. Ein kläglicher Stumpf ragt nun noch in die Höhe. Hoffen wir, dass sich hier in Kürze etwas ändert!