Leserbrief

Leserbrief Zu „Streitfall Nahrungsergänzungsmittel“ (FN, 5. Januar)

Nicht gleich unter Generalverdacht stellen

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient sollte ein besonders schützenswertes Gut sein. Dem kann ich nur zustimmen. Doch auch viele Vertreter der Pharmaindustrie gehen tagtäglich in Arztpraxen ein und aus und führen hinter verschlossenen Türen Beratungsgespräche. Oft schon wurde nachgewiesen, dass Ärzte Honorare für besonders oft ausgestellte Medikamente bekommen haben. Dies finde ich ebenso unmoralisch und unethisch. Auch hier wird das Arzt-Patienten-Verhältnis zum Nutzen der Wirtschaftlichkeit ausgenutzt.

Eine natürliche Ernährung sollte die beste Medizin sein, und auch ich sehe die Zunahme an Nahrungsergänzungsmittel-Angeboten in Discountern und im Internet kritisch.

Diese Produkte aber grundsätzlich unter Generalverdacht zu stellen, ist einfach zu kurz gedacht und rückt alle Beteiligten in ein irreführendes Licht. Zwar werden Nahrungsergänzungsmittel als Nahrungsmittel eingestuft und unterliegen somit dessen Anforderungen, sind aber oft auch nur schnelle Billigprodukte der Industrie, die auf diesen „Hype“ aufspringen.

Chemisch hergestellte Vitamine in Laboren sind eben keine natürliche Vitalstoffe, enthalten oft nicht zugelassene Inhaltsstoffe und sind daher am besten gleich ein Fall für die Mülltonne.

Die Verbraucherzentralen warnen also zu Recht in vielen Fällen vor diesen schnellen „Fatburnern“ und anderen Produkten mit betrügerische Werbeversprechen oder giftigen Inhaltsstoffen.

In zahlreichen Büchern werden aber inzwischen die Vorteile einer hochwertigen Nahrungsergänzung von Ärzten und Ernährungsjournalisten belegt. Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind zwar keine Wundermittelchen, können aber nicht nur als eine sinnvolle Ergänzung zu bekannten Therapieansätzen eingesetzt werden, sondern auch der Prävention selbst dienen.

NEM sollten daher am besten in Absprache mit einem fachkundigen Arzt genommen werden, der im Idealfall zusätzlich zur Anamnese einen Mineralstoffmangel mittels Blutanalyse nachgewiesen hat.

Alzheimer oder die Demenz wird in der klassischen Schulmedizin inzwischen sogar als Mangelerkrankung genannt. In der Heilbronner Ausstellung „Körperwelten – Anatomie des Glücks“ findet man dazu einige gute Beiträge.