Leserbrief

Kombibad-Entwicklung geht an Willen der Bürger vorbei

Zum Thema: Kombibad Ilvesheim, Kommentar „Bäderstreit beilegen“, MM vom 16. März 2019

Der Kommentar zur Sitzung des Verwaltungsausschusses in Ilvesheim hat mich sehr verwundert. Ist es die Aufgabe des Kommentators, die CDU und die Grünen unter Androhung von Stimmverlusten zur Aufgabe ihrer durchaus begründeten Position gegen die Vorstellungen von Verwaltung, SPD und FWV zu bewegen? Umfassende Berichterstattung unter Einschluss aller wesentlichen Aspekte wäre mir lieber.

Die Freien Wähler, die SPD und die Verwaltung wollen ein Kombibad bauen, gemäß Bürgerentscheid ist dies ein Hallenbad mit Freibad. Daraus ist inzwischen ein Hallenbad mit Außenanlage geworden – für mehr wird die Zustimmung der kommunalen Aufsichtsbehörde zur Kreditaufnahme nicht reichen. Das Festhalten an der Bezeichnung Kombibad mit der Begründung, es handle sich schließlich um ein Hallenbad mit Außenanlage könnte als schlechter Scherz durchgehen, wenn der Grund für diese „Wortspielerei“ nicht so offensichtlich wäre. Wenn kein Geld vom Himmel fällt, wird die Gemeinde – bei einem regelmäßigen jährlichen Defizit von eine Million Euro – möglicherweise nie mehr ein Freibad bauen können.

Mir fehlt auch der Hinweis, dass vor dem Freibadbereich vielleicht zuerst die Neckarhalle und/oder die Mehrzweckhalle saniert werden müssen – nicht hilfreich für einen zeitigen Baubeginn der Außenbecken. Ilvesheim braucht ein Schwimmbad – für mich war das schon beim Bürgerentscheid vor allem ein Freibad. Warum wir trotz der angespannten Haushaltslage zuerst ein „weiteres“ Hallenbad bauen mit einer zusätzlichen und teuren Wassertechnik für ein Freibad, das möglicherweise nie gebaut wird, kann ich nicht verstehen.

Die Dauerbelastung der zukünftigen Kommunalpolitik kommt nicht von der begründeten Position der CDU und der Grünen. Vielmehr ist zu befürchten, dass diese Baumaßnahme mit Kosten von zehn bis 18 Millionen Euro die Kommunalpolitik für lange Jahre belasten und lähmen wird. Bei jeder vertagten Investition, jeder aufgeschobenen Sanierung, Gebührenerhöhung oder Grundstücksverkauf werden wir uns und die verantwortlichen Gemeinderäte fragen, ob das durch eine Sanierung/Neubau eines Freibads und den Verzicht auf das „Kombibad“ auch notwendig gewesen wäre.

Mit dem Bürgerentscheid, der immer als Begründung für das Ganze vorgezeigt wird, hat die aktuelle Entwicklung – Neubau Hallenbad, Freibad später oder nie – mit Sicherheit nichts mehr zu tun.