Leserbrief

Leserbrief Zu „Von null auf 218,5 Milliarden“ (FN, 16. Juni)

„Kein Wechsel auf die Zukunft“

Es besteht kein Zweifel, dass der Nachtragshaushalt des Bundes auf nun 218,5 Milliarden Euro Neuverschuldung die richtige Reaktion auf die unverschuldete Corona-Krise war. Um die Wirtschaft mit den Hilfsprogrammen zu unterstützen, damit sie in absehbarer Zeit wieder in Schwung kommt, ist unbestritten.

Ende 2019 lag der Schuldenstand des Bundes bei knapp 1,9 Billionen Euro und somit für jeden Bundesbürger bei etwa 24 000 Euro. Durch die jetzige Neuverschuldung kommen wir auf rund 2,1 Billionen Euro Schulden. Der Bund hat zwar die letzten sechs Jahre keine neuen Schulden gemacht, aber in Zeiten der Hochkonjunktur auch versäumt, die sprudelnden Steuereinnahmen vermehrt zur Schuldentilgung zu nutzen. Da wurden eher die Wünsche der diversen Ressorts erfüllt. Wenn auch Ökonomen raten, sich derzeit günstiger Kredite mit 30-jähriger Laufzeit zu bedienen, ist das kein Wechsel auf die Zukunft. Denn irgendwann werden die Zinsen wieder anziehen. Keine guten Perspektiven für spätere Generationen. Im Vergleich: In den USA beträgt der Schuldenberg Ende März 2020 rund 26,5 Billionen Dollar (24 Billionen Euro), was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 71 000 Euro bedeutet.