Leserbrief

Leserbrief Zu „Einhaltung der Schulpflicht durchsetzen“ (FN, 19. März)

„Junge Generation will nicht wegsehen“

Zweifelsohne ist das Verhalten der Politik in Bezug auf die Protestaktion „Fridays for Future“ eine Angelegenheit für sich.

Dass Frau Merkel die Jugendlichen unterstützt, die gegen die von ihr betriebene Klimapolitik demonstrieren, ist schlicht und ergreifend scheinheilig. Genauso falsch ist der Ansatz Christian Lindners, dass Klimaschutz „eine Sache für Profis“ sei, denn mehr als 23 000 Wissenschaftler der „Scientists for Future“-Initiative sehen die Forderungen und Vorschläge der Protestbewegung als sinnvoll an.

Sie, Herr Emig, schreiben, dass wir Probleme nur lösen mit „Lernen und Wissen, nicht, indem wir dumm bleiben“.

Wenn ich mir aber die jungen Menschen ansehe, die am vergangenen Freitag in Bad Mergentheim und in der ganzen Welt protestiert haben, sehe ich keine dummen Menschen.

Ich sehe eine Generation, die es satt hat, sich ihr Urteilsvermögen absprechen zu lassen und nicht, wie der Großteil der Bevölkerung, wegsehen will. Ich sehe eine Generation, die sich Sorgen um ihre Zukunft macht und endlich gehört werden will. Die dabei fehlenden drei Unterrichtsstunden schaden weder den Schülern, noch Ihnen als Steuerzahler.

Und noch eins: Probleme löst man weder mit einem persönlichen Angriff auf ein beeindruckendes Mädchen, noch mit einer Theorie über mögliche „Strippenzieher“, sondern mit einem sachlichen Diskurs, der erst möglich ist, wenn die Politik endlich den jungen Menschen zuhört.