Leserbrief

Leserbrief Zu „Der zähe Abschied von der Kohle“ (FN, 12. Februar)

„Industrie-Exodus wird sich beschleunigen“

Der Ausstieg aus der Steinkohle war wirtschaftlich geboten. Sie konnte mit überseeischer Steinkohle aus dem Tagebau nicht konkurrieren, trotz des Transports um die halbe Welt.

Die Schließung der Kohlegruben ersparte jährliche Subventionen in Milliardenhöhe. Der notwendige Strukturwandel hat viele Milliarden Mark beziehungsweise Euro gekostet.

Was jetzt passiert, ist etwas völlig anderes: Wir wollen nun unsere billige Braunkohle, die einzige inländische Energiequelle, durch unendlich teure, unzuverlässige und unbrauchbare Wind- und Solaranlagen ersetzen. Das kostet zweistellige jährliche Milliardensubventionen, und zudem zerstören wir den Industriestandort Deutschland.

Mit der De-Industrialisierung wird es jetzt also ernst. Die „FAZ“ hat kürzlich berichtet, dass energieintensiven Unternehmen der Strom zeitweise abgeschaltet wird, weil man „die Wetterlage falsch prognostiziert“ hat. Der Exodus der Industrie wird sich also beschleunigen.

Wir sollten uns erinnern: Ohne die Kohle, einst das „schwarze Gold“ genannt, wäre das Wirtschaftswunder nach dem Krieg nicht möglich gewesen. Es entbehrt daher nicht einer gewissen Symbolik, wenn wir nun aus der Kohle aussteigen wollen.

Der Interviewpartner Patrick Graichen wusste es unlängst noch besser: „ . . . die vielen neuen Windräder und Solaranlagen, . . . leisten nicht, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir hatten gehofft, dass sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen würden . . . Aber das tun sie nicht.“