Leserbrief

Leserbrief Zu „Ein allerletztes Angebot aus Brüssel“ (FN, 15. Januar)

In Europa wird nicht auf-, sondern abgebaut

Wer die gegenwärtige politische Situation in Europa analysiert, stellt fest, dass wir in einer schwierigen Lage sind.

Fast in allen Staaten der Union erstarken die Nationalisten.

Das kommt aber nicht von ungefähr, sondern ist auf dem Mist der bis dahin abwechselnd regierenden Parteien in Europa und den jeweiligen Hauptstädten gewachsen.

Wenn zum Beispiel in der Vergangenheit jahrelang gestritten wurde, wie krumm die Banane oder Gurke sein darf, oder wenn Europa die Schuld, wenn irgendetwas nicht klappt, bei den Mitgliedsstaaten sieht beziehungsweise umgekehrt, dann steigt vergleichsweise der Druck im Kessel.

Es entstehen andere Parteien mit ihren jeweiligen Repräsentanten. Diese dann von oben herab zu behandeln, ist der absolut falsche Ansatz – sie sind auch gewählt worden. Ferner vermisse ich von der Politik, den Bürgern einmal und immer wieder mit Einsatz und Herzblut zu erklären, warum überhaupt „Europa“.

Im Frühjahr sind entsprechende Wahlen. Anstatt Europa aufzubauen, wird gegenwärtig auch wegen des Brexits mehr abgebaut und sich „scheinbeschäftigt“, während die Welt uns überholt.

Auch in der Verteidigung steht es nicht zum Besten. Europa kann sich allein gegen einen möglichen Aggressor nicht glaubhaft verteidigen. Denn unter Trump ist der amerikanische Schutzschirm unsicher geworden. Bleibt zu hoffen, dass das nicht von Putin ausgenutzt wird.