Leserbrief

Leserbrief: Zum Artikel "Hilfe von Menschen für Menschen" (FN 7. Mai)

Idee ist nicht neu, sondern übernommen

Sehr interessant erscheint das neue Konzept von "CaritasPlus" für hilfsbedürftige Menschen im mittleren Taubertal, aber die Idee ist nicht neu, sondern die Caritas hat es von uns - dem Verein Nachbarschaftshilfe Tauberbischofsheim - übernommen.

Es gibt also im Umkreis von Tauberbischofsheim, Königheim, Lauda, Grünsfeld und Werbach keine Versorgungslücke, wie behauptet. Seit über zehn Jahren sind wir mit diesem Spektrum und über 100 gemeldeten Helferinnen und Helfern tätig. Durch den großen Erfolg und die positive Resonanz aus der Bevölkerung kam Geschäftsführer Oliver Sitko im Herbst letzten Jahres auf uns zu und wollte mit unserem Verein und der Sozialstation Tauberbischofsheim einen "Kooperationsvertrag" schließen.

Diesen hat unser Vorstand einstimmig abgelehnt, da es für uns a) ein Knebelungsvertrag mit eingeschränkten Tätigkeitsfeldern gewesen wäre und wir b) quasi als Kundengewinnung für die Sozialstation fungieren sollten.

Ich zitiere aus dem Brief von Herrn Sitko: ". . . ferner verweist die Nachbarschaftshilfe auf die Kooperation mit der Sozialstation . . ."; " . . . da der Caritasverband gemeinsam mit der Sozialstation Tauberbischofsheim auf eine Zusammenarbeit mit einer Nachbarschaftshilfe angewiesen ist, um ihren Auftrag im Sinne einer Vernetzung und im Sinne der Wirtschaftlichkeit . . . wahrnehmen zu können."

Wir sind ein unabhängiger gemeinnütziger Verein, uns sind eine neutrale Position und umfassende, nicht vereinnehmende Informationen wichtig, wir brauchen für niemanden Finanzen zu erwirtschaften außer für unsere Vereinsaufgabe.

Die jahrelangen strukturellen und finanziellen Schwierigkeiten, die offensichtlich bei der Sozialstation Tauberbischofsheim immer noch nicht gelöst sind, haben mit uns nichts zu tun und können nicht dadurch beseitigt werden, dass ein anderer unabhängiger Verein zum "Nothelfer" gemacht werden soll.

Uns ist der Respekt vor den mündigen Bürgerinnen und Bürgern wichtig, jeder kann die Hilfe buchen, die er möchte. Auch die meisten Pflegerinnen und Pfleger der Sozialstation Tauberb'heim machen gute Arbeit und haben mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun.

Jetzt liegt es an der Bevölkerung, was in Zukunft Bestand haben wird, Vereinnahmung und Beeinflussung oder objektive Informationen und Freiheit der Entscheidung bei den unterschiedlichen Arten von Hilfe.

Über unser Büro kann man sich jederzeit erkundigen (Telefon 0 93 41 / 92 05 22, Montag bis Freitag, 9 bis 11 Uhr).