Leserbrief

Leserbrief Zu „Die Weltbevölkerung braucht . . .“ (FN, 31. Juli)

„Falsche Propheten“

Die FN widmeten am 31. Juli eine ganze Seite den Warnungen zahlreicher Organisationen, die behaupten, wir würden über den von der Natur gesetzten Grenzen leben. Man sollte auch einen Blick auf die Entstehungsgeschichte werfen. Im Hintergrund steht der von David Rockefeller und einigen Industriellen gegründete „Club of Rome“. Es ging dabei ganz sicher nicht um die Rettung der Welt, sondern es ging darum „ . . . zu gewährleisten, dass es nicht noch eine weitere USA gibt. Wir können es nicht zulassen, dass andere Länder dieselbe Anzahl an Autos und dieselbe Menge an Industrialisierung haben wie wir in den USA. Wir müssen die Länder der Dritten Welt genau dort stoppen, wo sie gerade sind.“ Das war etwa 1970, und darum geht es auch heute noch!

Neben dem Club of Rome haben wir nun unzählige Kassandras, die uns aus Gründen, die sie uns nicht verraten, Angst machen.

Hören wir lieber auf die Philosophen: Peter Sloterdijk meint sinngemäß: „Wenn das so wäre, dann entspräche unser Umgang mit dem Planeten einem Katastrophenfilm, in dem rivalisierende Mafiagruppen sich an Bord eines Flugzeugs in 12 000 Metern Höhe ein Feuergefecht mit großkalibrigen Waffen liefern.“ Aber Sloterdijk sieht weiter: „Wir wissen noch nicht, welche Entwicklungen möglich werden, wenn Geosphäre und Biosphäre durch eine intelligente Technosphäre und Noosphäre (Geist) weiterentwickelt werden. Es ist nicht a priori ausgeschlossen, dass hierdurch Effekte auftreten, die einer Multiplikation der Erde gleichkommen.

Mit anderen Worten: Nicht den falschen Propheten zuhören, sondern den „Geist“ einschalten.