Leserbrief

Leserbrief Zu „Rentenpaket 2019 geplant“ (FN, 16. April)

Es wird mit zweierlei Maß gemessen

Hubertus Heil will die Benachteiligung der älteren Mütter in der

„Mütterrente“ aufheben. Das ist lobenswert. Doch schauen wir uns den Betrag an, um den es geht: 28,61 Euro Rente pro Kind. Davon kann freilich keine Mutter leben.

Es wird nicht berücksichtigt, dass damals die Mütter bereits mit einem Kind zuhause blieben, denn es gab keine Krippen, Kitas, Horte etc. Die Eltern haben ihre Kinder selbst großgezogen, was dem Zeitgeist damals entsprach. Sie hatten keine andere Wahl. Doch dieser Betrag entspricht in keiner Weise der jahrelangen Leistung, die eine Mutter bei der Kindererziehung erbracht hat und führt somit zur Altersarmut, wie wir sie auch heute überall sehen können. Das trifft dann auch die Väter, denn die Rente der Mutter fehlt einfach in der Haushaltskasse.

Dabei haben diese Mütter in die Rentenkasse sehr wohl eingezahlt: mit ihrer Arbeitsleistung, der Kindererziehung. Kinder großzuziehen, ist eine ziemlich anstrengende Arbeit und dazu noch rund um die Uhr.

Eine Unterbringung im Internat wird mit über 4000 Euro monatlich pro Kind berechnet und auch die Ganztags-Kitas und -Krippenverschlingen jede Menge Geld.

Daran sehen wir, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Die Betreuung von fremden Kindern ist Arbeit, die Betreuung der eigenen Kinder wird nicht als Arbeit angesehen. Die Tätigkeit ist die gleiche.

Ohne diese Mütter-Rentnerinnen gäbe es heute keine Kinder, und ohne diese Kinder hätte niemand Rente, denn genau diese Kinder müssen die Renten erwirtschaften. Wieso wird die Arbeitsleistung der Mütter nicht anerkannt? Sie erhalten nichts für die Kindererziehung und werden jetzt in der Rente mit Mini-Beträgen bedacht. Das ist ungerecht.