Leserbrief

Leserbrief Zu „Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ (FN, 15. März)

„Einhaltung der Schulpflicht durchsetzen“

Eine andere Form von Missbrauch: Sie spürt jeden Tag Angst und möchte, das wir in Panik geraten, doch anstatt dass ihre Eltern sie in psychiatrische Behandlung geben, entfacht sie eine Bewegung. Sie benutzt das Instrument von Bildungsverweigerung, um die große Weltkatastrophe abzuwenden.

Ein wenig erinnert das an den Häuptling Majestix mit seiner Angst, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt.

Da fragt man sich schon im Fall dieses leicht autistischen Mädchens, wer die Strippenzieher hinter ihr sind und wer sie schamlos benutzt. Die Medien, ja, denn ohne sie wäre die Kampagne kaum möglich.

Schlimm finde ich Politiker, die mit einer Verhaltensweise, die sie gern anderen unterschieben – anbiedern oder neudeutsch: Populismus –, Schuleschwänzen für gut halten. Schaut man sich freilich ein wenig um, gäbe es noch vieles, wogegen Schüler streiken könnten. Zum Beispiel für die Rente mit 70, denn wie es aussieht, sind es gerade die Jungen, die jetzt auf die Straße gehen und die doch später unsere noch vergleichsweise opulente Rente teuer bezahlen müssen. Vorschlag: Schulstreik am Mittwoch.

Und erst die fehlende Geschwindigkeitsbeschränkung auf unseren Straßen mit jährlich Hunderten von Toten. Streiktag: montags.

Von unseren Politikern erwarte ich, dass sie sich vom Schuleschwänzen deutlich distanzieren; von der Kultusbürokratie und den Schulleitern vor Ort, dass sie die Einhaltung der Schulpflicht, die wir mit unserem Steuergeld finanzieren, durchsetzen.

Und noch eins: Nur mit Lernen und Wissen lösen wir die Probleme der Welt, nicht indem wir dumm bleiben.