Leserbrief

Leserbrief Zum Bericht „Renten steigen – Abgaben auch“ (FN, 21. November)

„Eine versteckte Steuererhöhung“

Herr Stefan Vetter schreibt richtig, dass ein Neu-Rentner bis 2005 nur 50 Prozent der Rente versteuern musste. Allerdings waren ab 2006 zwei Prozentpunkte pro Jahr mehr zu versteuern, sodass mit Rentenbeginn 2019 bereits 78 Prozent zu versteuern waren. Ab 2030 bis 2040 beträgt die jährliche Erhöhung dann nur noch einen Prozentpunkt, wodurch im Jahr 2040 der volle Rentenbetrag steuerpflichtig wird.

Jedoch kam in Herrn Vetters Beitrag zu kurz, dass auch eine „heimliche“ Steuererhöhung besteht, denn wenn ein Rentner beispielsweise im Jahr 2006 15 000 Euro Rente im Jahr erhielt, waren 52 Prozent – sind 7800 Euro – zu versteuern und 48 Prozent – sind 7200 Euro – steuerfrei.

Da laut Gesetz der steuerfreie Betrag bis ans Lebensende fixiert ist und nicht von den jährlichen Rentenanpassungen partizipiert, sieht die Rechnung dann im Jahr 2019 wie folgt aus: Stieg die jährliche Rente pro Jahr um rund 2,3 Prozent im Schnitt, erhält der Rentner nach 13 Jahren nicht 15 000, sondern 19 500 Euro. Da der Freibetrag auf 7200 Euro im Jahr 2006 fixiert wurde, beträgt er nicht mehr 48 Prozent, sondern nur noch 37 Prozent, also elf Prozentpunkte weniger als 2006. Eine versteckte Steuererhöhung par excellence.

Bleibt für viele Rentnerehepaare zu hoffen, dass sie noch unter dem jährlichen Steuergrundfreibetrag liegen, der im Jahr 2020 bei 18 816 Euro liegt.