Leserbrief

Leserbrief: Zur geplanten Bahnunterführung in Lauda

Drehung um 180 Grad

Noch ein Szenario aber aus der Vergangenheit von Lauda-Königshofen. Ein Blick zurück auf den 31. Januar 2007, als im Rathaus in Lauda eine hitzige Gemeinderatsabstimmung über die West- oder Ostumfahrung in Königshofen geführt wurde.

Damals war einer der eifrigsten Befürworter der Osttrasse, der für die Freie Umweltliste im Gemeinderat sitzende Hubert Segeritz. Mit Elan und Vehemenz sprach er sich für die Osttrasse und eine Zerschneidung von Königshofen aus. Wenn es denn sein müsse, sogar ohne Tunnellösung.

Er wollte nichts von Lärmbelästigung für die vielen Anwohner, vom zukünftigen Verkehrschaos oder von ungelösten Verkehrsproblemen wie den Königshöfer-Bahnübergang hören. Auch, dass sich 90 Prozent der Königshöfer Bevölkerung gegen die Osttrasse entschieden hatten, interessierte ihn nicht.

Ganz anders zwei Jahre später, als jetzt eine weitere Bahnunterführung in Lauda zur Disposition steht. Hier auf einmal ein um 180 Grad gedrehter und geläuterter Hubert Segeritz. Erst gewechselt von der Freien Umweltliste zu den Freien Wählern und auch seine Sichtweise über die Bevölkerung eine völlig andere.

In Lauda schreibt er Leserbriefe, die von Lärmbelästigung für die Anwohner, von einem zukünftigen Verkehrschaos und von Verkehrsproblemen handeln. Auch, dass es hier Proteste der Bevölkerung geben wird usw. Hier spielt er sich als Retter der Laudaer Bevölkerung auf, die unversehens vom Verkehrsmonster überrollt wird.

So schnell kann man also in zwei Jahren seine Meinung von Grund auf ändern. Damals interessierte ihn die Bevölkerung überhaupt nicht und er beschimpfte sie sogar. Auch das Abstimmungsergebnis der Bevölkerung von 90 Prozent gegen die Osttrasse nannte er Schwindel und Betrug.

Messen Sie da unsere gesamtstadtliche Bevölkerung etwa mit zweierlei Maß?

Ein Schelm, der böses denkt, könnte auch meinen, dass Sie nur so hohe Wellen schlagen, weil die Gemeinderatswahl vor der Tür steht.