Leserbrief

Leserbrief Zum Leserbrief „Fakten nicht korrekt wiedergegeben“ (FN, 5. September)

Deutsche Verantwortung ausgeblendet

Der Leserbrief „Fakten nicht korrekt wiedergegeben“ sollte nicht unwidersprochen bleiben.

Zwar nennt der Autor einige Sachverhalte, welche in einer umfassenden Darstellung ihren Platz haben sollten.

Was der Autor der Zeilen über die dargestellten – jedoch aus dem Zusammenhang genommenen – Fakten vollständig ausblendet, ist die deutsche Verantwortung für die politische und militärische Eskalation, die zum Krieg führen musste. Dessen Ziel – die diktatorische Herrschaft in Europa, die Eroberung von Lebensraum im Osten, dazu die Vernichtung der Juden – war so gewollt von Hitler. Das und nichts anderes steht am Anfang des Bombenkrieges.

Die Kernfrage wird bleiben: Wie weit darf der Mensch im Krieg gehen?

Waren beim Kampf gegen das Nazi-Regime alle Mittel – auch das Flächenbombardement deutscher Städte mit seinen grauenvollen Opfern unter Zivilpersonen, Frauen, Kindern und alten Menschen – gerechtfertigt?

Die politische Führung in England hat damals die Frage mit Ja beantwortet.

Heute dürfte es niemanden geben, der den Einsatz einer Terrorwaffe zum Beenden eines Krieges gutheißen würde. Mehr noch, sie würde aus heutiger Sicht verurteilt werden.

Der Leserbrief hätte ein Beitrag zum besseren Verständnis der Ereignisse in Mannheim sein können. Wer aber (Zitat): „den angefallenen Dreck gleichmäßiger verteilen“ will, relativiert – gewollt oder ungewollt – Taten und Opfer, er rechnet auf; er vergisst, was am Beginn des Bombenkrieges stand: die verbrecherische Politik der Nationalsozialisten.