Leserbrief

Leserbrief Zu „Privatschulen liegen im Trend – Nachfrage steigt“ (FN, 8. August)

„Das schwächt unsere gesamte Gesellschaft“

Es ist immer wieder erstaunlich, dass bestimmte Äußerungen, in dem Falle vom Unionsfraktionsvize Linnemann, für Wirbel sorgen, obwohl sie der Wahrheit entsprechen. Er sagte: Ein Beweggrund, weshalb die Nachfrage nach Privatschulen steigt, sei, dass es in den herkömmlichen staatlichen Schulen oftmals unzureichende Deutschkenntnisse gibt.

Interessanterweise erfährt man gerade auch über Politiker, dass sie ihre eigenen Kinder in Privatschulen schicken. Manuela Schwesig oder Andreas Stoch seien beispielhaft genannt. Warum tun sie das ? Vielleicht weil sich die Leistungsabsenkung in den Schulen für den Durchschnittsschüler negativ auswirkt? Privatschulen sind teuer, deshalb müssen die nicht privilegierten Kinder auf Schulen gehen, die alle mitnehmen, auch die ohne Sprachkenntnisse. Das ist und bleibt ungerecht und schwächt unsere gesamte Gesellschaft, weil das Potenzial der besseren Schüler nicht ausgeschöpft werden kann.

Das AfD-Rückführungsprogramm „fit for Return“ sieht einen separaten Unterricht für Kinder von Kriegsflüchtlingen in ihrer Herkunftssprache vor, weil sie wieder in ihre Heimat zurückkehren müssen, sobald es die dortigen Zustände zulassen. Deutsch sollen sie deshalb nur als Zweitsprache lernen, um sich bei uns verständigen zu können.

Solange jedoch Politiker für das Aussprechen von Wahrheiten öffentlich angegriffen werden, wird es keine vernünftige Lösung gesellschaftlicher Probleme geben. Wir leben in einer Zeit, die von Georg Orwell wie folgt beschrieben wurde: „In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen von Wahrheiten ein revolutionärer Akt.“